Lange galt Cisco im KI-Rennen als Nachzügler. Netzwerktechnik, solide, aber eben nicht glamourös. Dann kam der Mittwochabend nach Börsenschluss, und die Aktie schoss nachbörslich um fast 20 Prozent nach oben.
Zahlen, die kaum Wünsche offen lassen
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte Cisco einen Umsatz von 15,84 Milliarden Dollar hin, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als die 15,56 Milliarden, die der Markt erwartet hatte. Der bereinigte Gewinn je Aktie kam bei 1,06 Dollar rein, zwei Cent über dem Konsens. Der Nettogewinn kletterte auf 3,37 Milliarden Dollar, verglichen mit 2,49 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
CEO Chuck Robbins sprach von einem Rekordumsatz im Quartal und „sehr starker, breiter Nachfrage“, CFO Mark Patterson ergänzte, man habe erneut zweistelliges Wachstum in Umsatz und Gewinn geliefert, über dem oberen Ende der eigenen Prognose.
Das Netzwerkgeschäft wuchs um satte 25 Prozent auf 8,82 Milliarden Dollar. Cybersecurity blieb stabil bei rund 2 Milliarden.
Der eigentliche Paukenschlag
Für das laufende vierte Quartal stellt Cisco einen Umsatz zwischen 16,7 und 16,9 Milliarden Dollar in Aussicht, der Mittelpunkt liegt knapp eine Milliarde Dollar über dem, was Analysten auf dem Zettel hatten. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie, zwischen 1,16 und 1,18 Dollar, wird der Konsens von 1,07 Dollar klar übertroffen. Für das Gesamtjahr peilt Cisco nun 62,8 bis 63 Milliarden Dollar Umsatz an.
Noch auffälliger: Den KI-Auftragsausblick für das Gesamtjahr hob Cisco von 5 auf 9 Milliarden Dollar an. Allein im bisherigen Jahresverlauf hat das Unternehmen 5,3 Milliarden Dollar an Bestellungen von Hyperscalern und KI-Infrastrukturanbietern verbucht. Dazu kommen neue Switches und Router mit hauseigenen Netzwerkprozessoren der nächsten Generation.
Cisco Systems Aktie Chart
Harte Entscheidungen inklusive
Robbins wäre nicht Robbins, wenn er nicht gleichzeitig auch die Axt schwingen würde. Cisco baut knapp 4.000 Stellen ab, rund 5 Prozent der Belegschaft. Die Kündigungswelle beginnt am 14. Mai. Robbins schrieb in einem Blogpost, die Unternehmen, die im KI-Zeitalter gewinnen werden, seien jene mit Fokus, Tempo und der Disziplin, Investitionen dorthin zu verschieben, wo Nachfrage und langfristige Wertschöpfung am stärksten sind. Ob das ein Bekenntnis ist oder eine Schutzbehauptung, wird sich zeigen. Die Restrukturierungskosten beziffert Cisco auf bis zu einer Milliarde Dollar, davon rund 450 Millionen im vierten Quartal.
Der Markt hat das alles eingepreist und trotzdem gekauft. 20 Prozent plus nachbörslich für einen Konzern mit 63 Milliarden Dollar Jahresumsatz, das ist kein normaler Abend.
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