Der Netzwerkausrüster Cisco Systems hat das Geschäftsjahr 2026 mit Rekordwerten abgeschlossen, sieht sich an der Börse jedoch mit Skepsis konfrontiert. Trotz eines deutlichen Übertreffens der Marktprognosen bei Umsatz und Gewinn sorgten Sorgen um die künftige Profitabilität im KI-Geschäft für einen Kursrücksetzer.
Am Mittwoch legte das Unternehmen Zahlen für das vierte Quartal vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 17,3 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 16,82 Milliarden US-Dollar.
Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 23 Prozent auf 1,22 US-Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 meldete Cisco einen Rekordumsatz von insgesamt 63,3 Milliarden US-Dollar.
Hardware-Anteil drückt auf die Bruttomarge
Trotz der starken Wachstumsraten reagierten Anleger enttäuscht auf die Entwicklung der operativen Kennzahlen. Die bereinigte Bruttomarge sank im vierten Quartal von 68,4 Prozent im Vorjahr auf 66,3 Prozent. Cisco begründete diesen Rückgang mit einem veränderten Produktmix in der KI-Infrastruktur.
Da Lieferungen für große Rechenzentrumsbetreiber – sogenannte Hyperscaler – einen höheren Hardware-Anteil aufweisen und zudem gestiegene Speicherkosten anfielen, sank die Profitabilität pro verkaufter Einheit.
Dieser Trend dürfte sich vorerst fortsetzen. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027 stellte das Management in einer Pflichtmitteilung eine Bruttomarge zwischen 65 und 66 Prozent in Aussicht. Das Unternehmen profitiert zwar massiv vom Ausbau der Künstlichen Intelligenz, zahlt dafür jedoch einen Preis bei der Effizienz.
Im vierten Quartal summierten sich die Aufträge von KI-Hyperscalern auf 4 Milliarden US-Dollar, womit das Gesamtvolumen im Geschäftsjahr 2026 auf 9,3 Milliarden US-Dollar stieg. Ursprünglich hatte das Unternehmen lediglich ein Ziel von 5 Milliarden US-Dollar ausgegeben.
Optimistischer Ausblick für das Geschäftsjahr 2027
Die Prognose für das kommende Jahr fällt dennoch ambitioniert aus. Cisco erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz zwischen 72,2 und 73,4 Milliarden US-Dollar. Das Management geht davon aus, dass der Umsatz mit KI-Infrastruktur im neuen Jahr etwa 7,5 Milliarden US-Dollar erreichen wird, nach rund 4 Milliarden US-Dollar im abgelaufenen Turnus.
Innerhalb der Segmente zeigte sich im vierten Quartal eine starke Dynamik im Bereich Networking, dessen Umsatz um 28 Prozent zulegte. Die Sicherheitssparte wuchs um 14 Prozent, während der Bereich Collaboration ein Plus von 12 Prozent verzeichnete. Software-Erlöse stiegen um 11 Prozent auf 6,2 Milliarden US-Dollar. Nahezu die Hälfte des Quartalsumsatzes entfiel auf Abonnements.
Analysten reagieren verhalten
Trotz der fundamentalen Fortschritte dämpften Analysten gestern die Erwartungen. Die Bank HSBC stufte die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 137 auf 120 US-Dollar. Analyst Abhishek Shukla verwies darauf, dass es trotz der soliden Ergebnisse an kurzfristigen Katalysatoren fehle, die den Kurs weiter antreiben könnten. Zudem belaste die aktuelle Bewertung des Titels das weitere Aufwärtspotenzial.
Die Aktie markierte am Freitag einen Schlusskurs von 96,50 Euro, was einem Tagesverlust von 2,0 Prozent entspricht. Damit vergrößerte sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf 14 Prozent.
Anleger partizipieren derweil weiterhin an Ausschüttungen: Cisco erklärte eine Quartalsdividende von 0,42 US-Dollar je Aktie. Diese soll am 21. Oktober an die Aktionäre ausgezahlt werden, die zum Stichtag am 2. Oktober Anteile halten.
Im abgelaufenen Quartal gab das Unternehmen insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar an seine Anteilseigner zurück, wovon 1,5 Milliarden US-Dollar auf Aktienrückkäufe entfielen.
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