Die Deutsche Bank hat die Beobachtung von Cisco mit einer Kaufempfehlung gestartet. Analysten gaben gestern ein Kursziel von 135,00 US-Dollar bekannt und setzen damit unmittelbar zum Auftakt des neuen Monats ein deutliches Signal für den Netzwerkausrüster. Diese Neueinstufung stützt die Erwartung, dass Cisco nach einem dynamischen Geschäftsjahr 2026 seine Position im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) weiter festigen kann.
Starke Dynamik im Bereich KI-Infrastruktur
Die optimistische Haltung der Analysten folgt auf eine Serie von positiven Geschäftszahlen, die das Unternehmen vor knapp drei Wochen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt hatte.
Mit einem Quartalsumsatz von 17,3 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, übertraf Cisco die Markterwartungen deutlich. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum bei den KI-Aufträgen: Allein im vierten Quartal verzeichnete der Konzern Bestellungen im Volumen von 4 Milliarden US-Dollar.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 summierten sich die KI-Aufträge damit auf 9,3 Milliarden US-Dollar. Cisco-Chef Chuck Robbins signalisierte bereits, dass dieser Trend nachhaltig sei. Für das Geschäftsjahr 2027 prognostiziert das Management einen Umsatz mit KI-Infrastruktur von etwa 7,5 Milliarden US-Dollar.
Die Gesamteinnahmen sollen im kommenden Jahr laut der offiziellen Guidance zwischen 72,2 und 73,4 Milliarden US-Dollar liegen, während der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP EPS) in einer Spanne von 5,05 bis 5,11 US-Dollar erwartet wird.
Auftragsboom im Netzwerkgeschäft
Neben dem Fokus auf KI zeigt auch das klassische Netzwerkgeschäft eine robuste Verfassung. Die Bestellungen für Netzwerkprodukte wuchsen im jüngsten Quartal um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies markiert das achte Quartal in Folge mit zweistelligen Wachstumsraten bei den Produktbestellungen insgesamt, die im vierten Quartal um 35 Prozent zulegten. Der GAAP-Gewinn je Aktie stieg im selben Zeitraum um 52 Prozent auf 0,97 US-Dollar.
Während die Deutsche Bank die Aktie nun mit einem Kursziel von 135 Dollar neu bewertet, zeigt sich Rosenblatt Securities noch optimistischer. Die Analysten dort hatten bereits am 13. August ihr Kursziel von 150,00 auf 165,00 US-Dollar angehoben und ihre Kaufempfehlung bestätigt.
Demgegenüber steht die Skepsis von HSBC: Dort wurde das Papier vor gut zwei Wochen von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft, wobei die Experten ein Kursziel von 120 Dollar nannten und auf das Fehlen kurzfristiger positiver Katalysatoren verwiesen.
Insiderverkäufe und kommende Investorentermine
Anleger blicken im September auf eine hohe Präsenz des Unternehmens bei Kapitalmarktveranstaltungen. Cisco kündigte gestern die Teilnahme an sechs Investorenkonferenzen an, darunter die Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference am 8. September und die Citi Global TMT Conference am 10. September. Diese Termine könnten weitere Details zur operativen Umsetzung der KI-Strategie und zur Integration neuer Hardware-Lösungen liefern.
In der zweiten Augusthälfte sorgten zudem umfangreiche Aktienverkäufe durch das Management für Aufmerksamkeit. Mehrere Vorstandsmitglieder, darunter CEO Chuck Robbins und CFO Mark Patterson, veräußerten Mitte August Anteile im Rahmen von vorab festgelegten Handelsplänen (Rule 10b5-1). Die Verkaufspreise bewegten sich dabei überwiegend in einer Spanne zwischen 110 und 113 US-Dollar.
An der Börse wird das Papier aktuell bei 94,45 Euro gehandelt, was einem Rückgang von 1,2 Prozent im heutigen Handel entspricht. Trotz dieses moderaten Tagesverlusts weist die Aktie seit Jahresbeginn eine positive Wertentwicklung von 43 Prozent auf. Damit spiegelt der Kursverlauf die Zuversicht wider, dass Cisco den Übergang zum KI-zentrierten Infrastruktur-Anbieter erfolgreich meistert.
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