Der Netzwerkausrüster Cisco Systems hat am Mittwochabend starke Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2026 vorgelegt. Trotz eines deutlichen Gewinn- und Umsatzsprungs sowie einer angehobenen Prognose reagiert der Markt am heutigen Donnerstag mit Verkäufen.
Die Aktie notiert aktuell bei 101,04 € und verliert damit heute 6,1 %. Marktbeobachter führen den Rücksetzer auf Gewinnmitnahmen zurück, da das Papier seit Jahresbeginn bereits um 53 % an Wert gewonnen hat.
Rekordquartal durch Netzwerk-Boom und Künstliche Intelligenz
Cisco erzielte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 17,3 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 18 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der bereinigte Gewinn pro Aktie belief sich auf 1,22 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzungen der Analysten, die im Vorfeld bei 1,13 US-Dollar gelegen hatten.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 63,3 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 12 % entspricht. Die bereinigte operative Marge erreichte im Gesamtjahr 34,8 %.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die hohe Nachfrage nach Infrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI). Allein im vierten Quartal verbuchte Cisco Aufträge im Wert von 4 Milliarden US-Dollar in diesem Bereich.
Über das gesamte Geschäftsjahr 2026 summierte sich das Auftragsvolumen für KI-Infrastruktur auf 9,3 Milliarden US-Dollar. Besonders kräftig wuchs das Segment Networking, dessen Umsatz im vierten Quartal um 28 % auf 9,79 Milliarden US-Dollar zulegte.
Optimistischer Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027
Für das neu angebrochene Geschäftsjahr 2027 gibt sich die Konzernführung zuversichtlich. Cisco prognostiziert einen Jahresumsatz zwischen 72,2 Milliarden und 73,4 Milliarden US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn pro Aktie in einer Spanne von 5,05 bis 5,11 US-Dollar.
Im Bereich der KI-Infrastruktur rechnet das Unternehmen damit, im kommenden Jahr Umsätze in Höhe von rund 7,5 Milliarden US-Dollar zu realisieren, nachdem im abgelaufenen Jahr bereits etwa 4 Milliarden US-Dollar durch Auslieferungen erzielt wurden.
Die Dynamik im Kerngeschäft scheint ebenfalls intakt. Die gesamten Produktaufträge stiegen im vierten Quartal um 35 % im Vergleich zum Vorjahr. Auch ohne Berücksichtigung der großen Hyperscaler-Kunden lag das Plus bei 25 %. Die Sparte der Netzwerkprodukte verzeichnete zudem das achte Quartal in Folge ein zweistelliges Wachstum der Auftragseingänge.
Marktstimmung und Insiderverkäufe
Analysten hatten im Vorfeld der Zahlen ihre Erwartungen bereits nach oben geschraubt. Am 4. August erhöhte der Analyst von Citi sein Kursziel für die Cisco-Aktie von 112 auf 139 US-Dollar. In einem zeitlich weiter zurückliegenden Schritt hatte Stephen Bersey von HSBC das Papier am 15. Mai von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 137 US-Dollar ausgegeben.
Auf der Seite der Unternehmensinsider zeigte sich in den vergangenen drei Monaten hingegen eine Tendenz zu Verkäufen. Den gemeldeten Daten zufolge veräußerten Insider Aktien im Wert von insgesamt 7,2 Millionen US-Dollar, während im selben Zeitraum keine Käufe durch Führungskräfte verzeichnet wurden.
Trotz des heutigen Kursrückgangs liegt das Papier weiterhin deutlich über seinem 52-Wochen-Tief, weist jedoch einen Abstand von etwa 10 % zu seinem Anfang Juni erreichten Höchststand auf. Medienberichten zufolge könnten neben den massiven Kursgewinnen der letzten Monate auch eine Bewertungsskepsis nach den Rekordzahlen die heutige Korrektur ausgelöst haben.
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