Cisco wandelt sich radikal. Der Netzwerkgigant lässt das Image des reinen Hardware-Lieferanten hinter sich und positioniert sich als Schaltzentrale für künstliche Intelligenz (KI). Die Strategie scheint aufzugehen.
KI-Offensive mit Nvidia
Cisco bündelt die Kräfte mit Nvidia und Equinix. Gemeinsam bauen die Konzerne die „Cisco Secure AI Factory“ weiter aus. Ziel ist eine standardisierte Infrastruktur für Rechenzentren weltweit. Unternehmen sollen so den Sprung von Testphasen zur vollen KI-Produktion schneller meistern.
Parallel dazu entsteht mit dem Partner Presidio das „P.A.T.H. Lab“. In diesem Labor können Kunden neue KI-Architekturen vorab testen. Cisco will seine Hardware so als unverzichtbare Steuerungsebene für den KI-Betrieb etablieren.
Sicherheitsupdate für SD-WAN
Neben der KI-Expansion reagiert Cisco auf eine Schwachstelle in der eigenen Software. Ein Sicherheitsupdate behebt eine Lücke im Catalyst SD-WAN Manager. Angreifer hätten sonst Zugriff auf Systemebene erhalten können. Das Unternehmen entdeckte den Fehler bei internen Tests und mahnt Administratoren zur schnellen Installation der Patches.
Wachstum in Schwellenmärkten
Hinzu kommt der Aufbau digitaler Infrastruktur in Marokko. Gemeinsam mit Cybastion entstehen dort Netzwerke, die vollständig mit erneuerbaren Energien laufen. Das Projekt soll die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken.
An der Börse wird der Umbau honoriert. Die Aktie notiert aktuell bei 102,72 Euro. Seit Jahresbeginn legte der Kurs um über 58 Prozent zu. Das Papier liegt damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von rund 71 Euro.
Für das Geschäftsjahr 2026 peilt das Management einen KI-Umsatz von vier Milliarden US-Dollar an. Im Folgejahr soll dieser Wert auf mindestens sechs Milliarden Dollar steigen. Am 4. Juni markierte die Aktie mit 112,30 Euro ihr bisheriges Jahreshoch. Seither konsolidiert der Kurs auf hohem Niveau.
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