Drei Termine, drei Prüfsteine — alle innerhalb weniger Wochen. Circus SE steht vor einem dichten Kalender aus operativen Nachweisen. Die Technologie ist da, die Partnerschaften klingen prominent. Ob daraus ein tragfähiges Geschäft wird, zeigt sich jetzt.
Geschäftsbericht und erste Auslieferung
Bis spätestens 30. Juni veröffentlicht Circus den testierten Jahresbericht 2025. Die bisher bekannten Zahlen sind vorläufig. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 15,3 Millionen Euro — nach minus 11,9 Millionen Euro im Vorjahr. Belastet hat das Ergebnis ein Einmaleffekt von 3,2 Millionen Euro aus Akquisitionen und Kapitalerhöhungen.
Der Kontext erklärt die Verluste. Circus lieferte seine ersten Systeme erst im vierten Quartal 2025 aus. Der Umsatz von rund 1,5 Millionen Euro spiegelt nur wenige Anlaufwochen wider.
Parallel rückt der nächste operative Meilenstein näher. Ab Sommer 2026 soll der autonome Kochroboter CA-1 in der Mercedes-Benz-Werkskantine in Sindelfingen laufen. Der Roboter übernimmt Dosierung, Kochen, Reinigung und Verpackung auf sieben Quadratmetern. Er schafft mehr als 500 Gerichte pro Ladung und soll vor allem Schichtarbeitende versorgen — am Standort mit rund 35.000 Beschäftigten.
Verteidigung und Produktion: Früher als geplant
Der CA-M, der militärische Outdoor-Roboter, soll bereits 2026 erste Umsätze bringen — zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. Die Bundeswehr ist seit dem ersten Quartal 2026 vollständig integriert. Deployments laufen in der Ukraine und bei litauischen Streitkräften. Mehr als zehn NATO-Mitgliedstaaten führen aktive Gespräche, darunter Polen und Italien. Angaben zum Auftragsvolumen hat Circus nicht gemacht.
Die Produktionsseite macht Fortschritte. Circus halbierte die Fertigungszeit des CA-1 von acht auf rund vier Wochen. Die Systemverfügbarkeit stieg im ersten Quartal auf 92 Prozent — deutlich über dem vertraglich geforderten Wert von 85 Prozent. Das angestrebte Produktionsziel liegt bei bis zu 64 Einheiten pro Monat.
Umsatzsprung oder Piloten-Falle?
Die Umsatzguidance für 2026 bleibt bei 44 bis 55 Millionen Euro. Das wäre gegenüber 2025 ein Sprung um das Dreißigfache. Ob er gelingt, hängt an einer entscheidenden Frage: Wie viele Pilotprojekte werden zu zahlenden Dauerkunden?
Ein konkretes Signal kommt im Herbst. REWE entscheidet dann über einen flächendeckenden Rollout. Früher kommt der Quarterly Update Call am 16. Juli — dort muss das Management erklären, wie viele Piloten bereits in echte Aufträge umgewandelt wurden.
Die Aktie notiert bei 6,90 Euro, rund 71 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 23,50 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 43 Prozent verloren. Der Markt wartet auf Beweise.
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