Die strategische Neuausrichtung von Ciena trägt Früchte: Der Netzwerkspezialist verzeichnet eine massiv steigende Nachfrage durch Cloud-Anbieter, die inzwischen 53 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.
Mit einem Wachstum von 82 Prozent in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr unterstreicht das Unternehmen seine zunehmende Unabhängigkeit von klassischen Telekommunikationsanbietern. Gleichzeitig sichert sich der Konzern durch langfristige Lieferverträge und technologische Innovationen seine Marktposition bis zum Ende des Jahrzehnts.
Technologische Führung durch WaveLogic 6 Extreme
Ein zentraler Pfeiler der künftigen Entwicklung ist das neue Modem WaveLogic 6 Extreme. Laut Unternehmensangaben ist dies derzeit die einzige 1,6-Terabit-Hochleistungslösung auf dem Markt. Die Akzeptanz bei den Kunden verläuft deutlich schneller als bei der Vorgängergeneration WaveLogic 5e.
Um die hohe Nachfrage in den kommenden Jahren stabil bedienen zu können, hat Ciena bereits jetzt langfristige Lieferverträge für kritische Komponenten unterzeichnet, die bis in das Jahr 2029 reichen.
Diese Planungssicherheit ist angesichts des rasant wachsenden Auftragsbestands von Bedeutung. Der Backlog belief sich am vergangenen Donnerstag auf 8,5 Milliarden US-Dollar. Bis zum Ende des Geschäftsjahres rechnet das Management mit einem weiteren Anstieg auf über 10 Milliarden US-Dollar.
Für das kommende Geschäftsjahr 2027 stellt Ciena bereits ein Umsatzwachstum von mindestens 30 Prozent auf bis zu 8,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht, wobei die bereinigte operative Marge zwischen 25 und 27 Prozent liegen soll.
Analysten senken Kursziele trotz starker operativer Daten
Trotz der Rekordwerte beim Auftragsbestand und einer deutlichen Anhebung der Prognosen reagierten zahlreiche Analysten am vergangenen Freitag mit einer Reduzierung ihrer Kursziele. Im Kern der Skepsis steht weniger die operative Leistung als vielmehr die Bewertung der Aktie nach den starken Kursgewinnen der Vormonate.
JPMorgan senkte das Kursziel für Ciena von 635 auf 605 US-Dollar, behielt jedoch die Einstufung auf „Overweight“ bei. Deutlich vorsichtiger äußerten sich die Experten von UBS.
Analyst David Vogt reduzierte das Kursziel von 508 auf 394 US-Dollar und bestätigte die neutrale Bewertung des Papiers. Medienberichten zufolge spiegeln diese Anpassungen die Sorge wider, dass die künftigen Wachstumsraten bereits weitgehend im Aktienkurs eingepreist sein könnten.
Cloud-Sektor treibt die Profitabilität
Das Unternehmen profitiert massiv vom Investitionsschub im Bereich der künstlichen Intelligenz und dem damit verbundenen Ausbau der Rechenzentren. Die bereinigte Bruttomarge lag am vergangenen Donnerstag bei 46,4 Prozent und übertraf damit die eigenen Erwartungen. Ein Teil dieses Erfolgs – etwa 70 Basispunkte – resultierte dabei aus Rückerstattungen von Zöllen.
Parallel zur operativen Expansion setzt Ciena sein Kapitalmanagement fort. Im zurückliegenden Quartal kaufte das Unternehmen rund 0,4 Millionen eigene Aktien für insgesamt 171,7 Millionen US-Dollar zurück. Dies ist Teil eines umfassenden Rückkaufprogramms im Volumen von einer Milliarde US-Dollar.
An der Börse konnte die Aktie zuletzt jedoch nicht an die Höchststände des Frühsommers anknüpfen. Heute notiert der Wert bei 288,70 € und verzeichnet damit ein Minus von 0,4 Prozent. Damit liegt der Kurs aktuell etwa 16 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 342,06 €, was die kurzfristige Abkühlung der Euphorie nach dem Erreichen des Rekord-Backlogs verdeutlicht.
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