Ciena liefert Rekordzahlen, allerdings schickt die Börse die Aktie auf Talfahrt. Nach einem Minus von über 13 Prozent in einer Woche scheint die Luft vorerst raus zu sein. Trotz eines Umsatzsprungs von 40 Prozent verlor das Papier allein am Freitag mehr als sieben Prozent.
Rekordwachstum im Schatten der Cloud
Der Netzwerkausrüster meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,57 Milliarden US-Dollar. Besonders das Cloud-Segment trieb das Wachstum mit einem Plus von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Der bereinigte Gewinn je Aktie vervielfachte sich nahezu auf 1,64 US-Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich.
Parallel dazu verbesserte sich die bereinigte Bruttomarge auf 44,9 Prozent. Der Auftragsbestand schwoll derweil auf 7,7 Milliarden US-Dollar an, was einem Zuwachs von 600 Millionen Dollar gegenüber dem Vorquartal entspricht. Ein erster Großauftrag für die neue Hyper-Rail-Plattform durch einen führenden Hyperscaler unterstreicht die Marktstellung im Bereich der KI-Infrastruktur.
Lieferengpässe dämpfen die Euphorie
Jedoch bremsen Engpässe bei kritischen Komponenten das Tempo. Das Management verwies auf einen Mangel an Pumplasern und Modems, der die Auslieferungen verzögern könnte. Diese Versorgungsrisiken treffen auf eine Branche, die nach der massiven Rally der letzten Monate unter Gewinnmitnahmen leidet.
Trotz des jüngsten Rücksetzers auf 427,80 Euro notiert die Aktie seit Jahresbeginn noch immer massiv im Plus. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist derweil auf 41 Punkte gesunken. Dies deutet auf ein deutlich abgekühltes Momentum im Vergleich zu den Höchstständen der Vorwoche hin.
Analystenhäuser wie Rosenblatt und Needham rufen dennoch Kursziele zwischen 600 und 720 US-Dollar auf. Sie sehen Ciena als zentralen Profiteur des KI-Ausbaus und verweisen auf die starke Wettbewerbsposition.
Für das Gesamtjahr 2026 hob der Vorstand die Prognose an und peilt nun ein Umsatzwachstum von etwa 32 Prozent an. Das entspräche einem Jahresumsatz von rund 6,3 Milliarden US-Dollar. Die Umsetzung hängt nun maßgeblich an der Verfügbarkeit der knappen Hardware-Komponenten.
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