Cicor wächst, obwohl Bauteile fehlen. Der Elektronikspezialist aus Bronschhofen hat im dritten Quartal mehr umgesetzt, kämpft aber mit knappen Leiterplatten und Speicherchips. Für das Schlussquartal stellt das Management einen kräftigen Sprung in Aussicht.
Wachstum mit angezogener Handbremse
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 6,7 Prozent auf 170,8 Millionen Franken. Organisch legte Cicor um 4,6 Prozent zu. Über die ersten neun Monate liegt das organische Plus erst bei 1,7 Prozent.
Gebremst wird das Geschäft von Materialengpässen in einem angespannten Beschaffungsmarkt. Betroffen sind vor allem Leiterplatten und Speicherchips. Die Lage sei weit von den Verwerfungen nach der Covid-Pandemie entfernt, heißt es im Unternehmen. Sie verschiebe aber leicht den Zeitpunkt, zu dem Umsätze verbucht werden.
Auftragsbuch als Polster
Der Auftragseingang kletterte um 10,7 Prozent auf 193,2 Millionen Franken. Die Book-to-Bill-Rate beträgt 1,13 und liegt damit zum sechsten Mal in Folge über 1. Es kommen also mehr Bestellungen herein, als Cicor abarbeitet.
Auf dieser Basis erwartet das Management im zweiten Halbjahr einen Umsatz, der 10 bis 25 Prozent über dem ersten Halbjahr liegt. Ein wesentlicher Teil davon soll auf das vierte Quartal entfallen. Es werde „mit Abstand“ das umsatzstärkste des Jahres. Die Jahresziele bleiben unverändert: 700 bis 750 Millionen Franken Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 70 bis 80 Millionen Franken.
Die Prognose steht unter einer Bedingung. Weder die geopolitische Lage noch die Materialverfügbarkeit dürfen sich verschlechtern. Cicor setzt bei der Beschaffung auf seine Einkaufsmacht und eingespielte Prozesse.
Zukauf in Malaysia und Rüstungskunden
Im vierten Quartal will Cicor die Übernahme des Standorts Senai in Malaysia von EDMI abschließen, samt langfristigem Liefervertrag. Je nach Abschlussdatum bringt der Zukauf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag an Umsatz für 2026. Das ist in der Jahresprognose bereits berücksichtigt.
In der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung gewann die Gruppe in den ersten neun Monaten drei neue Kunden. Sie bedient nun 16 der 20 größten europäischen Rüstungsunternehmen.
Entscheidend ist nun, ob Cicor die Lieferketten im Herbst in den Griff bekommt. Gelingt das, dürfte sich das Schlussquartal als Prüfstein für die Jahresziele erweisen. Die Zahlen dazu legt das Unternehmen mit seinen Jahresergebnissen vor.
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