Ein Wechsel an der Spitze, der lange vorbereitet wirkt: Bei Chubb übergibt ein Branchenveteran mit vier Jahrzehnten Erfahrung das operative Zepter an seinen langjährigen Nachfolger. Ab dem 1. August steuert Michael O’Donnell die globale Rückversicherungssparte Chubb Tempest Re — James Wixtead rückt in eine beratende Rolle.
Wixtead, der die Sparte seit der Übernahme von Chubb durch ACE im Januar 2016 als Präsident geführt hat, wird Executive Chairman. In dieser Funktion übernimmt er Governance-Aufgaben und berät bei der strategischen Ausrichtung des globalen Rückversicherungsgeschäfts. Die operative Verantwortung für Tagesgeschäft und Ergebnis liegt künftig bei O’Donnell, der seit 2014 die US-Sparte von Chubb Tempest Re geleitet hat und dem Konzern bereits seit 2006 als Underwriter angehört. Beide berichten an Konzernchef Evan Greenberg und COO John Keogh.
Kontinuität statt Umbruch
Der Führungswechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Chubb operativ solide dasteht. Der Konzern hat die Dividende jüngst um 5,2 Prozent auf 4,08 Dollar je Aktie angehoben — die 33. Erhöhung in Folge. Parallel hat eine Tochtergesellschaft eine milliardenschwere Anleihe mit Laufzeit bis 2036 platziert, um die Finanzierungsbasis zu verbreitern.
Am Kapitalmarkt bleibt das Bild uneinheitlich. HSBC stufte die Aktie zuletzt von „Buy“ auf „Hold“ zurück, hob das Kursziel aber leicht auf 373 Dollar an. Cantor Fitzgerald erhöhte sein Ziel auf 337 Dollar, bei unverändert neutraler Einstufung — die Bank rechnet mit einem operativen Gewinn je Aktie von 6,27 Dollar und liegt damit unter dem Marktkonsens von 6,71 Dollar.
Chubb Tempest Re beliefert Erst- und Rückversicherer weltweit mit Spezialprodukten und ist Teil eines Konzerns, der in 54 Ländern und Territorien aktiv ist. Mit dem Führungswechsel zum 1. August setzt Chubb auf einen internen Kandidaten, der die US-Rückversicherungssparte bereits seit über einem Jahrzehnt kennt — ein Signal für organisatorische Kontinuität in einem Geschäftsfeld, das zunehmend im Fokus der Konzernstrategie steht.
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