Nachbörslich am Dienstag, 326,10 Dollar auf dem Kurszettel, ein Minus von 0,97 Prozent. Chubb hat Q1-Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick gar nicht so übel aussehen, auf den zweiten aber genau die Stellen treffen, die Anleger nervös machen.
EPS verfehlt, und das nicht knapp
Der GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 5,88 Dollar. Im Vorjahr waren es 3,29 Dollar, also ein kräftiges Plus. Nur hatte der Konsens 6,71 Dollar erwartet. Das ist eine Lücke von gut 12 Prozent, und die hat der Markt prompt quittiert.
CEO Evan Greenberg versuchte gegenzusteuern. Der operative Kerngewinn je Aktie habe 6,82 Dollar erreicht, beide Kennzahlen mehr als 80 Prozent über dem Vorjahresquartal, das von den Waldbränden in Kalifornien belastet worden sei. „Ohne Katastrophenereignisse stieg das operative Kernergebnis je Aktie um 13,5 Prozent“, so Greenberg. Fair enough. Aber eben nicht das, was der Markt sehen wollte.
Chubb Limited Aktie Chart
Fast verdreifacht
Der eigentliche Stachel steckt woanders. Die realisierten Nettoverluste sprangen von 116 Millionen auf 407 Millionen Dollar. Das ist keine kleine Schwankung, das ist ein Sprung, der Fragen aufwirft, die der morgige Earnings Call um 8:30 Uhr ET beantworten muss.
Das Prämiengeschäft läuft
Wer nur auf die operativen Zahlen schaut, sieht ein anderes Bild. Net premiums written kletterten 10,7 Prozent auf 14,01 Milliarden Dollar. Das P&C-Segment legte 7,2 Prozent auf 11,72 Milliarden zu, das Lebensversicherungsgeschäft sogar 33,1 Prozent auf 2,29 Milliarden. Net premiums earned stiegen von 12,00 auf 13,46 Milliarden Dollar. Das Kerngeschäft wächst, das ist nicht nichts.
Aber 407 Millionen realisierte Verluste lassen sich nicht wegdiskutieren, auch nicht mit einem starken Prämienvolumen. Greenberg hat morgen früh eine Stunde Zeit zu erklären, wo genau das Geld geblieben ist.
Chubb-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Chubb-Analyse vom 22. April liefert die Antwort:
Die neusten Chubb-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Chubb-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
