Der Ölriese Chevron droht mit einem drastischen Schritt: dem Ende seiner Raffinerie-Aktivitäten in Kalifornien. Strenge Umweltauflagen und hohe Steuern machen den Bundesstaat aus Sicht des Konzerns zunehmend unrentabel. Während das Unternehmen versucht, die lokale Versorgung durch neue Rohölkäufe zu sichern, blockiert die kalifornische Regierung genau diese Bemühungen nun per Klage.
Die „Energieinsel“ unter Druck
Kalifornien agiert laut Chevron-Manager Andy Walz faktisch wie eine isolierte Energieinsel. Der Bundesstaat importiert rund ein Fünftel seiner raffinierten Kraftstoffe aus Asien. Diese Lieferketten gelten angesichts der geopolitischen Spannungen um die Straße von Hormus als stark gefährdet.
Gleichzeitig plant die kalifornische Luftreinhaltungsbehörde neue Emissionsregeln. Setzt die Behörde diese Pläne um, rechnet Chevron mit Mehrkosten von 500 Millionen US-Dollar über die nächsten fünf Jahre. Das Management zieht daher offen einen Stopp der lokalen Raffinerie-Aktivitäten in Betracht, falls die regulatorischen Eingriffe nicht abgemildert werden.
Lokale Förderung trifft auf juristischen Widerstand
Um die regionale Versorgung abzusichern, vereinbarte der Konzern kürzlich den Kauf von täglich bis zu 20.000 Barrel Rohöl von Sable Offshore. Das Öl stammt von Plattformen vor Santa Barbara, deren Wiederinbetriebnahme die US-Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit angeordnet hatte. Das Rohöl soll bereits im April in Chevrons El-Segundo-Raffinerie verarbeitet werden.
Allerdings torpediert der Bundesstaat Kalifornien diesen Plan. Am Dienstag reichte die Regierung eine Klage gegen den Bund ein, um die Öffnung der dazugehörigen Pipelines zu verhindern. Die lokalen Behörden werfen Washington vor, mit der Anordnung geltende Umweltgesetze und bestehende Gerichtsurteile zu umgehen.
Chevron Corporation Aktie Chart
Ölpreisrutsch und Insider-Verkäufe
Abseits des regionalen Streits sorgten geopolitische Entwicklungen zur Wochenmitte für Bewegung an den Rohstoffmärkten. Berichte über einen US-Friedensplan für den Iran ließen die globalen Ölpreise um über fünf Prozent absacken.
Die Chevron-Papiere zeigen sich von diesen operativen und geopolitischen Störfeuern bislang wenig beeindruckt. Mit einem aktuellen Kurs von 176,00 Euro notiert der Titel nur hauchdünn unter seinem erst gestern erreichten 52-Wochen-Hoch und verzeichnet seit Jahresbeginn ein starkes Plus von gut 32 Prozent. Auffällig ist in diesem Umfeld das Verhalten der Chefetage: CEO Michael Wirth trennte sich Anfang März über einen vorab festgelegten Handelsplan von fast 90 Prozent seiner direkt gehaltenen Aktien im Wert von rund 51,6 Millionen US-Dollar.
Die strukturellen Probleme an der Westküste werden den Konzern weiter beschäftigen. Analysten gehen davon aus, dass die Zahl der aktiven Raffinerien in Kalifornien bis Ende 2026 von derzeit 14 auf nur noch 11 sinken wird. Der Ausgang der aktuellen Pipeline-Klage sowie die finale Ausgestaltung der neuen Emissionsregeln werden maßgeblich bestimmen, ob Chevron seine Kapazitäten in diesem schrumpfenden Markt aufrechterhält.
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