Chevron Aktie: Manager bleiben daheim

Symbolbild, KI-generiert

Sicherheitsbedenken halten Führungskräfte von Chevron und ExxonMobil von der Ölmesse in Abu Dhabi fern; andere Konzernchefs stehen weiter im Programm.

Auf einen Blick:
  • Chevron streicht Clay Neffs ADIPEC-Reise
  • Exxon-Chef Darren Woods bleibt ebenfalls fern
  • BP und Equinor halten bislang an Plänen fest
  • Chevron-Aktie zuletzt knapp 0,7 Prozent höher

Chevron schickt keinen Spitzenmanager zur wichtigsten Ölmesse der Golfregion. Der Konzern hat die Reise seines Upstream-Chefs Clay Neff zur ADIPEC in Abu Dhabi abgesagt, Sicherheitsbedenken geben den Ausschlag. Auch ExxonMobil zieht zurück: Konzernchef Darren Woods bleibt der Veranstaltung fern.

Iran-Spannungen als Auslöser

Hintergrund ist die angespannte Lage im Nahen Osten. Die Furcht vor neuen US-Angriffen auf Iran und möglichen Vergeltungsschlägen aus Teheran beschäftigt den Ölmarkt seit Tagen. US-Präsident Donald Trump hat zugesichert, vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht anzugreifen. Zuletzt schloss er eine weitere Militäroperation gegen Iran jedoch nicht aus.

Die Vereinigten Arabischen Emirate selbst wurden seit Mai nicht mehr von Iran angegriffen. Dennoch greifen die Konzerne zur Vorsicht. Weder Chevron noch Exxon wollten sich zu den Absagen äußern, auch der Veranstalter blieb zunächst eine Stellungnahme schuldig.

Region unter Druck

Die Lage in der Nachbarschaft liefert Argumente für die Zurückhaltung. Das US-Außenministerium hat vergangene Woche einige Diplomaten zur Ausreise aus Saudi-Arabien aufgefordert. Das Land steht in diesem Monat fast täglich unter Beschuss der mit Iran verbündeten Huthi aus dem Jemen. Zudem wollen die USA Familienangehörige von Mitarbeitern mehrerer weiterer Vertretungen in der Region abziehen.

ADIPEC ist nicht die erste Branchenveranstaltung, die darunter leidet. Beim WPC Energy Congress in Riyadh fielen Anfang des Monats mehrere Top-Manager aus dem Programm. Der Kongress fand trotz tödlicher Angriffe auf die saudische Hauptstadt statt.

Andere Schwergewichte halten bislang an ihren Plänen fest. Im Online-Programm stehen weiterhin BP-Chefin Meg O’Neill und Equinor-Chef Anders Opedal.

An der Börse blieb die Reaktion verhalten: Chevron-Papiere notierten zuletzt knapp 0,7 Prozent im Plus, Exxon legte rund 0,2 Prozent zu. Die Absage der Reisen trifft damit vor allem das Netzwerken der Branche, nicht den Kurs. Die ADIPEC beginnt kommende Woche, dann zeigt sich, wer von den großen Namen tatsächlich anreist.

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