Chevron macht Nägel mit Köpfen in Venezuela. Wenige Tage nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump über einen Öldeal mit dem südamerikanischen Land bestätigt der Konzern nun den konkreten Ausbau seines dortigen Geschäfts. Über ein Gemeinschaftsunternehmen sollen in den kommenden fünf Jahren mehr als sieben Milliarden Dollar fließen.
Verdopplung der Förderung als Ziel
Im Zentrum steht das Joint Venture Petroindependencia, an dem Chevrons Tochtergesellschaft mit 49 Prozent beteiligt ist. Dem Unternehmen wurden die Rechte für zwei Ölfelder im Orinoco-Gürtel zugeteilt. Die Produktion soll dadurch von heutigen Werten auf rund 600.000 Barrel pro Tag steigen — mehr als eine Verdopplung.
Das Orinoco-Gebiet gilt wegen seiner Schwerölvorkommen als technisch aufwendig, aber lukrativ. Chevron begründet den Schritt auch mit verbesserten steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die langfristige Investitionen im Land attraktiver machen sollen. Der Konzern ist bereits seit 1923 in Venezuela aktiv — eine der längsten ausländischen Ölpräsenzen des Landes überhaupt.
Politischer Rückenwind aus Washington
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall. Erst vor wenigen Tagen hatte Trump einen Deal verkündet, nach dem sich die Vereinigten Staaten weitreichenden Zugriff auf venezolanische Ölreserven sichern — nach seiner Darstellung geht es um die mehrheitliche Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel, etwa ein Fünftel der geschätzten Gesamtvorkommen des Landes.
Für Chevron bedeutet das politische Signal aus Washington zusätzliche Planungssicherheit für ein Engagement, das lange von Sanktionen und diplomatischen Spannungen überschattet war. Die neuen Fördergebiete und die angepassten Konditionen könnten die Wirtschaftlichkeit der Projekte deutlich verbessern, sofern sich die politischen Rahmenbedingungen als stabil erweisen.
Die kommenden Monate dürften zeigen, wie schnell sich das Investitionsprogramm in tatsächliche Fördermengen übersetzt. Die auf fünf Jahre angelegte Investitionssumme markiert dabei nur den Anfang eines Prozesses, dessen Tempo stark von der politischen Entwicklung zwischen Washington und Caracas abhängt.
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