Der US-Energiekonzern Chevron hat heute einen massiven Öl- und Kondensatfund vor der Küste Angolas bestätigt. Die Explorationsbohrung 105-4X im sogenannten Block 0 stieß auf eine Rohstoffsäule von mehr als 600 Metern im Pinda-Reservoir. Dieser Erfolg unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens, seine Präsenz in Westafrika durch gezielte Exploration in der Nähe bestehender Infrastruktur auszubauen.
Expansion im Lower Congo Basin
Die Bohrung im Lower Congo Basin lieferte nach Unternehmensangaben eine Netto-Pay-Zone von über 90 Metern. Betrieben wird das Projekt von der Chevron-Tochter Cabinda Gulf Oil Company (CABGOC), die einen Anteil von 39,2 Prozent an Block 0 hält. Zu den Partnern gehören das staatliche angolanische Unternehmen Sonangol mit 41 Prozent sowie TotalEnergies und Azule Energy mit Anteilen von 10 beziehungsweise 9,8 Prozent.
Chevron prüft nun eine Entwicklung des Funds als sogenannten Tie-back. Dabei werden neue Funde an bereits vorhandene Produktionsplattformen angebunden, was die Kosten senkt und die Zeit bis zur ersten Förderung verkürzt.
Kevin McLachlan, Vizepräsident für Exploration, bezeichnete die Entdeckung als wichtigen Meilenstein in der rund 70-jährigen Geschichte des Konzerns in Angola. Das Land hatte Ende 2024 steuerliche Reformen verabschiedet, um neue Investitionen im Ölsektor attraktiver zu gestalten.
Strategische Schwerpunkte in Afrika und Europa
Der Fund fügt sich in ein breiteres Explorationsprogramm ein. In Subsahara-Afrika fördert Chevron aktuell netto rund 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Neben den Aktivitäten in Angola bereitet der Konzern weitere Bohrungen vor, darunter das Projekt Nabba-1X in Namibia, das bis zum Jahresende 2026 aufgenommen werden soll. Auch in Nigeria und Guinea-Bissau hält das Unternehmen Explorationslizenzen.
Parallel zur afrikanischen Strategie baut Chevron sein Engagement im Mittelmeerraum aus. Heute wurde zudem die Unterzeichnung von Konzessionsverträgen für vier Offshore-Blöcke vor Griechenland gemeldet. Das Gebiet südlich der Peloponnes und der Insel Kreta umfasst eine Fläche von rund 47.000 Quadratkilometern.
Chevron fungiert dort als Betreiber mit einem Anteil von 70 Prozent, während der lokale Partner Helleniq Energy die restlichen Anteile hält. Erste seismische Untersuchungen in diesem Gebiet sind für Ende 2026 oder Anfang 2027 geplant.
Analysten sehen weiteres Potenzial
An der Börse reagierte das Papier positiv auf die Nachrichtenlage und notiert heute bei 175,00 Euro, was einem Zuwachs von 1,2 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus damit bereits auf 36 Prozent.
Getrieben wurde diese Entwicklung nicht nur durch operative Erfolge, sondern auch durch starke Finanzkennzahlen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Chevron einen Gewinn pro Aktie von 6,06 US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Die Experten von Bank of America bekräftigten zuletzt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 227 US-Dollar. Der Marktkonsens liegt derzeit bei rund 207,48 US-Dollar. Neben dem Explorationserfolg stützen die hohen Cashflows aus dem operativen Geschäft den Kurs; allein im vergangenen Quartal erwirtschaftete der Sektor durch gestiegene Energiepreise infolge regionaler Konflikte hohe Gewinne.
Für Anleger bleibt zudem die Dividendenpolitik relevant: Die nächste Quartalsausschüttung in Höhe von 1,78 US-Dollar pro Aktie ist bereits angekündigt, wobei der Ex-Tag am 19. August ansteht.
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