Der Ölmulti Chevron bekommt Rückenwind von der Analystenseite. Wolfe Research hat die Aktie auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 210 Dollar gesetzt. Die Begründung: Der Markt preist offenbar einen dauerhaft niedrigen Ölpreis ein. Die Analysten rechnen mit einem Brent-Preis von unter 60 Dollar pro Barrel.
Doch das Bild sei zu pessimistisch. Chevron hat mehrere Großprojekte in der Pipeline. Vor allem in Guyana läuft die Expansion. Hinzu kommt ein ambitioniertes Sparprogramm. Bis Ende 2026 will der Konzern die Kosten um 2 bis 3 Milliarden Dollar senken.
Diese Maßnahmen sollen die Dividende absichern. Sie liegt aktuell bei einer Rendite von rund 4,2 Prozent. Kein schlechtes Polster für Anleger, die auf regelmäßige Ausschüttungen setzen.
Partnerschaft mit Microsoft
Parallel dazu baut Chevron sein Geschäft mit Energie für Rechenzentren aus. Das Unternehmen hat einen 20-Jahres-Stromabnahmevertrag mit Microsoft unterschlossen. Das Projekt trägt den Namen „Kilby“ und sieht ein Gaskraftwerk in West-Texas vor. Die geplante Kapazität: bis zu 2,67 Gigawatt.
Die Anlage soll die wachsende Nachfrage von KI-Rechenzentren decken. Die finale Investitionsentscheidung fällt bis Ende 2026. Erste Stromlieferungen sind für 2028 geplant. Chevron prüft ähnliche Deals für den Mittleren Westen, die Rocky Mountains und die Golfküste.
Aktie auf Talfahrt
Die Kursentwicklung gibt derweil wenig Anlass zur Freude. Chevron notierte am Freitag bei 147,64 Euro. Das sind knapp 10 Prozent weniger als vor einem Monat. Seit Jahresbeginn steht aber noch ein Plus von rund 11 Prozent. Die Aktie bewegt sich nahe ihrer 200-Tage-Linie, was charttechnisch eine wichtige Unterstützung darstellt.
Der RSI von 37,1 signalisiert leichte Unterbewertung. Die Volatilität liegt mit knapp 22 Prozent auf moderatem Niveau.
Der nächste wichtige Termin ist der Quartalsbericht Ende Juli. Analysten erwarten eine Erholung der Gewinne im Vergleich zum ersten Quartal. Ob die Großwetterlage am Ölmarkt mitspielt, bleibt abzuwarten.
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