Das Halbleiter-Unternehmen Ceva hat gestern gemeinsam mit Actions Technology die Einführung einer neuen Serie von Bluetooth-Audio-Chips bekannt gegeben. Während die technologische Partnerschaft Fortschritte im Bereich der drahtlosen Übertragung verspricht, gerät die Aktie an der Börse erneut unter Druck.
Neben der anhaltenden Kursschwäche rückt zudem eine Meldung über einen geplanten Aktienverkauf durch ein Führungsmitglied des Unternehmens in den Fokus der Anleger.
Technologische Kooperation und Produkt-Launch
Ceva und Actions Technology präsentierten am gestrigen Donnerstag die neue Serie ATS296X. Dabei handelt es sich um Bluetooth-Audio-System-on-Chips (SoCs), die speziell für die Übertragung von hochauflösendem Sound entwickelt wurden.
Die technische Basis bildet die sogenannte High-Definition Technology (HDT). Diese Neuerung ermöglicht es, die Spitzen-Datenrate von Bluetooth Low Energy von bisher 2 Megabit pro Sekunde (Mbps) auf etwa 7,5 Mbps zu steigern.
Ziel der Kooperation ist es, die Bandbreite für kabellose Audiogeräte signifikant zu erhöhen und damit eine stabilere sowie qualitativ hochwertigere Übertragung zu gewährleisten.
Laut Unternehmensangaben haben die beiden Partner in ihrer langjährigen Zusammenarbeit bereits mehr als 100 Millionen Funk-Chips für Audioanwendungen ausgeliefert. Aktuell laufen Interoperabilitätstests, um die Leistungsfähigkeit der neuen Chip-Generation in verschiedenen Anwendungsszenarien sicherzustellen.
Geplante Aktienverkäufe und Analysten-Einschätzungen
Parallel zur Produktankündigung wurde am Mittwoch ein potenzieller Insiderhandel bekannt. Michael Boukaya, ein Officer des Unternehmens, hat eine Mitteilung über den möglichen Verkauf von 51.512 Aktien eingereicht.
Das Paket hat einen geschätzten Gesamtwert von rund 1,53 Millionen US-Dollar. Die betreffenden Anteile stammen aus der Zuteilung von Restricted Stock Units (RSUs), die teilweise bereits im vergangenen Jahr sowie im Februar und August dieses Jahres unverfallbar wurden.
Trotz dieser Insider-Meldung halten viele Marktbeobachter an ihrer positiven Einschätzung fest. Im Konsens wird die Aktie von zwölf Analysten weiterhin mit „Moderate Buy“ bewertet.
Besonders optimistisch zeigen sich die Experten der UBS, die ein Kursziel von 48 US-Dollar ausgeben, während die Analysten von Stifel das Ziel bei 50 US-Dollar ansetzen. Demgegenüber steht eine vorsichtigere Haltung von Oppenheimer, wo das Kursziel zuletzt auf 38 US-Dollar taxiert wurde.
Kursverlauf im Schatten der Quartalsbilanz
An der Börse spiegelt sich die Zuversicht der Analysten heute nicht wider. Die Ceva-Aktie notiert aktuell bei 24,60 € und verzeichnet damit einen deutlichen Tagesverlust von 7,5 %. Das Papier setzt damit einen Abwärtstrend fort, der bereits nach der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal am 10. August eingesetzt hatte.
Zwar konnte das Unternehmen damals mit einem Umsatz von 29,03 Millionen US-Dollar ein Wachstum von 13 Prozent im Vorjahresvergleich vorweisen und die Erwartungen beim Gewinn pro Aktie leicht übertreffen, doch der Markt reagierte seither mit Abverkäufen.
Durch den heutigen Rückgang nähert sich der Titel einer wichtigen charttechnischen Marke. Der aktuelle Kurs liegt nur noch geringfügig unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 24,92 €.
Ein dauerhaftes Unterschreiten dieser Linie könnte den technischen Verkaufsdruck erhöhen, auch wenn Analysten zuletzt darauf verwiesen, dass die Gewinnschätzungen für das Gesamtjahr im Konsens leicht gestiegen sind. Anleger beobachten nun, ob die Unterstützung im Bereich des gleitenden Durchschnitts ausreicht, um die seit zwei Wochen anhaltende Korrektur zu stoppen.
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