Mutige Anleger, die beim Börsengang von Cerebras Systems in den Mai eingestiegen sind, sitzen derzeit auf Verlusten. Die Aktie des KI-Chip-Spezialisten ist seit ihrem Debüt kräftig gefallen und notiert nun rund 205 Dollar. Am Freitag gab der Kurs um weitere 7,4 Prozent nach.
Dabei hatte der Start an der Börse spektakulär begonnen. Der Emissionspreis lag bei 185 Dollar pro Aktie. Am ersten Handelstag eröffnete die Aktie dann bei 350 Dollar. Seither bröckelt der Kurs kontinuierlich.
Insiderverkäufe und Margendruck belasten
Mehrere Faktoren drücken auf die Stimmung. Erstens: Insider haben Aktien verkauft. Das ging aus Pflichtmitteilungen vom 1. Juli hervor. Zweitens: Der Ausblick auf die Margen enttäuscht.
Das Unternehmen selbst berichtete für das erste Quartal 2026 von starken Umsätzen. Doch für das zweite Quartal stellt Cerebras eine bereinigte operative Marge von nur 36 bis 38 Prozent in Aussicht. Zum Vergleich: Im ersten Quartal lag sie noch bei 47 Prozent. Grund sind temporäre Kosten für angemietete Rechenzentren, während das Unternehmen eigene Kapazitäten aufbaut. Die Nachricht ließ den Kurs am 2. Juli bereits um 5,3 Prozent fallen.
Gewaltiges Wachstum, aber auch gewaltige Bewertung
Bemerkenswert: Cerebras wächst rasant. Der Kernumsatz stieg 2025 um 76 Prozent auf 510 Millionen Dollar. Für 2026 erwartet der Konzern einen weiteren Zuwachs von 68 bis 70 Prozent auf bis zu 865 Millionen Dollar.
Dazu kommt ein Milliardenauftrag: Der Auftragsbestand beläuft sich auf 25 Milliarden Dollar. Rund 20 Milliarden Dollar stammen von einem Multi-Jahres-Deal mit OpenAI über den Aufbau von KI-Systemen. Ein dickes Pfund.
Trotzdem bleibt eine Frage: Ist die Aktie zu teuer? Die Marktkapitalisierung liegt bei 46,4 Milliarden Dollar. Das entspricht dem 54-fachen des prognostizierten Jahresumsatzes. Branchenprimus Nvidia kommt auf das 27-Fache. Die Analysefirma D.A. Davidson taxiert den fairen Wert der Aktie auf rund 115 Dollar — das wäre nur knapp die Hälfte des aktuellen Kurses.
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