Cerebras Systems zieht an zwei Fronten gleichzeitig nach. Während das Unternehmen in Kalifornien seine Fertigungskapazitäten massiv ausbaut, kündigt CEO Andrew Feldman parallel eine europäische Expansion an. Beide Schritte sollen die wachsende Nachfrage nach KI-Recheninfrastruktur bedienen — und zeigen, wie stark der Auftragsdruck bei Cerebras inzwischen ist.
Produktion in Milpitas soll versiebenfachen
Cerebras hat seine Fertigungspartnerschaft mit dem Auftragsfertiger Flex ausgeweitet. Am Standort Milpitas in Kalifornien entstehen neue Montagelinien für das CS-3-System, den wafer-skalierten KI-Beschleuniger des Unternehmens. Bis Ende 2026 soll die Produktionskapazität dadurch um etwa das Siebenfache steigen.
Der CS-3 gilt als technisch anspruchsvoll in der Fertigung: Der Prozessor ist physisch größer als herkömmliche KI-Chips und benötigt spezielle Flüssigkühlung, Hochleistungs-Stromversorgung und aufwendige Systemvalidierung. Flex und Cerebras haben dafür eigene Montageabläufe und automatisierte Testverfahren entwickelt. Der Ausbau in Milpitas umfasst zusätzliche Fertigungsflächen, mehr Testinfrastruktur und neue Fachkräfte in Produktion, Qualitätssicherung und Logistik.
200 Megawatt für Europa bis Ende 2027
Auf der RAISE Summit in Paris stellte Feldman zeitgleich die europäischen Ausbaupläne vor. Cerebras will noch in diesem Jahr erste Rechenzentrumskapazität in Europa in Betrieb nehmen, mit Schwerpunkt auf Frankreich und den nordischen Ländern. Bis Ende 2027 soll die Gesamtkapazität auf 200 Megawatt wachsen, verteilt auf Standorte unter anderem in Norwegen und Finnland.
Ein Teil dieser Kapazität soll Workloads für OpenAI unterstützen — im Rahmen der bestehenden Partnerschaft beider Unternehmen. Feldman begründete den Schritt mit der steigenden Nachfrage europäischer Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Regierungen nach lokaler, latenzarmer KI-Infrastruktur als Alternative zu den bislang stark auf die USA und Asien konzentrierten Rechenzentrumskapazitäten.
Beide Ankündigungen fallen in eine Phase, in der Cerebras seine Position als Anbieter von Hochleistungs-Inferenzsystemen sichtbar ausbaut. Die Kombination aus mehr Fertigungskapazität in den USA und neuer Infrastruktur in Europa deutet darauf hin, dass das Unternehmen sein Wachstum auf Angebots- und Nachfrageseite parallel absichern will. Wie sich die Investitionen auf die Marge auswirken, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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