Cerebras-Aktie: Knallerstart – aber es gibt einen Haken!

Cerebras-Aktie startet mit über 89 Prozent Plus, doch die Lock-up-Struktur birgt erhebliches Verkaufspotenzial ab Sommer.

Auf einen Blick:
  • IPO-Preis 185 Dollar, Eröffnung bei 350 Dollar, Tageshoch bei 386 Dollar
  • Cerebras sammelte bis zu 6,4 Milliarden Dollar ein, größtes IPO des Jahres
  • Auftragsbestand von 24,6 Milliarden Dollar, davon über 20 Milliarden von OpenAI
  • Ab Ende August könnten 84 Millionen Class-B-Aktien auf den Markt kommen

Irgendwann am Donnerstagnachmittag wurde der Handel kurz ausgesetzt. Zu viel Bewegung, zu schnell. Cerebras Systems hatte seinen Börsengang hingelegt wie ein Rockstar, der die Bühne betritt und sofort die erste Reihe in Ohnmacht versetzt. IPO-Preis: 185 Dollar. Eröffnung: 350 Dollar. Tageshoch: 386 Dollar. Und dann, als die Luft raus war, schloss die Aktie bei 311 Dollar. In einer einzigen Sitzung.

20-fache Überzeichnung, 89 Prozent Plus zum Open

Das Unternehmen aus Sunnyvale hatte ursprünglich mit 150 bis 160 Dollar pro Aktie geplant. Am Montag erhöhte es auf 185 Dollar, weil die Nachfrage schlicht nicht aufhörte. Die Emission war mehr als 20-fach überzeichnet. Am Ende sammelte Cerebras bis zu 6,4 Milliarden Dollar ein, wenn die Underwriter ihre Option auf weitere 4,5 Millionen Aktien ziehen. Der größte IPO des Jahres bisher, ohne viel Diskussion.

Arm Holdings und SoftBank hatten das Unternehmen noch kurz vor dem Börsengang übernehmen wollen. Cerebras lehnte ab. Rückblickend eine nachvollziehbare Entscheidung.

Cerebras Systems Aktie Chart

Der Chip, der Nvidia nervös machen soll

Was Cerebras verkauft, ist kein gewöhnlicher KI-Chip. Der Wafer-Scale Engine 3 ist nach eigenen Angaben 58-mal größer als Nvidias führender GPU-Chip und liefert Inferenz bis zu 15-mal schneller, zumindest bei kleineren Modellen. CEO Andrew Feldman sagte am Donnerstag, man werde in den nächsten sechs bis acht Wochen auch die größten Frontier-Modelle der Welt bedienen. Bisher läuft OpenAIs kleines Codex-Spark-Modell auf Cerebras-Hardware, die wirklich großen Sachen laufen weiterhin auf Nvidia.

Ob Feldmans Versprechen hält, wird man sehen. Einstweilen hat Cerebras einen Auftragsbestand von 24,6 Milliarden Dollar, davon allein über 20 Milliarden aus einem Cloud-Deal mit OpenAI. Für 2026 und 2027 zusammen plant das Unternehmen, rund 3,7 Milliarden davon als Umsatz zu verbuchen. 2025 waren es 510 Millionen Dollar, plus 76 Prozent zum Vorjahr, aber mit 146 Millionen Dollar operativem Verlust.

Das eigentliche Problem kommt im Sommer

Class-A-Aktionäre, also die frisch eingestiegenen Anleger, halten zusammen weniger als ein Prozent der Stimmrechte. Die 185 Millionen Class-B-Aktien der Insider haben je 20 Stimmen. Das ist schon eine eigenwillige Konstruktion, aber nicht ungewöhnlich für ein Tech-IPO.

Was ungewöhnlich ist: die Lock-up-Struktur. Typischerweise können Insider sechs Monate nach dem IPO nicht verkaufen. Bei Cerebras ist das anders geregelt. Bis Ende August könnten bereits 84 Millionen Class-B-Aktien in Class-A-Aktien umgewandelt und verkauft werden, das ist ein Vielfaches des aktuellen Streubesitzes. Weitere 87 Millionen folgen im September und Oktober.

Meta verlor nach seinem IPO 38 Prozent in den ersten sechs Monaten. Uber verlor knapp 50 Prozent in den ersten zehn Monaten. Alibaba 36 Prozent im ersten Jahr. Cerebras startete mit einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden Dollar. Nvidia hat 5,5 Billionen. Der Abstand ist bekannt, die Frage ist, ob der Sommer ihn vergrößert.

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