Cerebras-Aktie: Der heißeste Börsengang des Jahres!

Cerebras Systems erzielt beim Börsengang eine Bewertung von über 56 Milliarden Dollar und übertrifft damit alle Erwartungen deutlich.

Auf einen Blick:
  • IPO-Preis bei 185 Dollar, deutlich über der ursprünglichen Spanne von 115 bis 125 Dollar
  • Cerebras sammelt 5,55 Milliarden Dollar ein, Bewertung bei 56,43 Milliarden Dollar
  • Ordervolumen überstieg das Angebot um mehr als das 20-Fache
  • Arm und Softbank versuchten kurz vor dem IPO noch, Cerebras zu übernehmen

Erst wollten sie 115 bis 125 Dollar je Aktie. Dann 150 bis 160. Am Ende landete Cerebras Systems bei 185 Dollar, und selbst das war wohl noch ein Schnäppchen. Der KI-Chiphersteller hat den Emissionspreis am Mittwoch auf einen Preis getrieben, der die ursprüngliche Preisspanne um satte 48 Prozent übertrifft. Für ein Unternehmen, das Nvidia beim Inferenz-Geschäft angreifen will, ist also mit einem ziemlich lautstarken Debüt zu rechnen, wenn die Aktie am Donnerstag an der Wall Street ihren Börsengang feiert.

20-fach überzeichnet

Die Nachfrage hat die Verantwortlichen wohl selbst überrascht. Anleger orderten mehr als das 20-Fache der verfügbaren Aktien, woraufhin Cerebras die Stückzahl von 28 auf 30 Millionen anhob und die Preisspanne gleich zweimal nach oben korrigierte. Am Ende fließen 5,55 Milliarden Dollar in die Kasse, die Bewertung auf vollständig verwässerter Basis liegt nun bei 56,43 Milliarden Dollar. Größter Börsengang des Jahres, bisher.

Das ist kein Zufall. Der Hunger nach KI-Halbleiterwerten ist seit Monaten ungebrochen, und Cerebras trifft mit seinem Ansatz, speziell für große Sprachmodelle optimierte Chips zu bauen, einen Nerv. Die Geschichte vom Nvidia-Herausforderer zieht eben.

Arm und Softbank wollten das verhindern

Interessant dabei: Arm Holdings und dessen Mehrheitseigner Softbank haben offenbar noch wenige Wochen vor dem IPO versucht, Cerebras zu kaufen. Details zum Angebot sind nicht bekannt, doch der Versuch scheiterte. Cerebras ging lieber an die Börse. Bei einer Bewertung von 56 Milliarden Dollar kann man das verstehen.

Jetzt kommt der schwierige Teil

Der Jubel über den Börsengang ist das eine. Was Cerebras nun liefern muss, ist eine andere Sache. Nvidia hält den Markt für KI-Beschleuniger mit einer Kompromisslosigkeit, die Wettbewerber seit Jahren verzweifeln lässt. Cerebras setzt auf einen anderen Ansatz, riesige Wafer-Scale-Chips statt der üblichen GPU-Cluster. Ob das reicht, um Marktanteile zu gewinnen, wird sich nicht am Ausgabetag entscheiden. Sondern in den Quartalsberichten, die noch kommen.

185 Dollar war der Anfang. Jetzt muss die Aktie beweisen, dass sie diesen Preis wert ist.

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