Ein milliardenschwerer Regierungsauftrag sollte eigentlich für klare Kursrichtung sorgen. Bei Centrus Energy sorgt er derzeit vor allem für Verwirrung. Während das US-Energieministerium dem Nuklearbrennstoff-Spezialisten einen 900-Millionen-Dollar-Auftrag zusprach, zeichnen Analysten ein extrem widersprüchliches Bild vom Wert des Unternehmens und verunsichern die Anleger.
Ein Riesenauftrag, zwei Welten
Auslöser der aktuellen Volatilität ist ein Auftrag des US-Energieministeriums (DOE) in Höhe von 900 Millionen US-Dollar. Centrus soll damit seine Anlage in Piketon, Ohio, ausbauen, um kommerziell Hochangereichertes, Schwach angereichertes Uran (HALEU) zu produzieren. Diese Entscheidung ist ein strategischer Meilenstein in den US-Bemühungen, die Abhängigkeit von russischem Uran zu beenden.
Die Marktreaktion darauf ist jedoch gespalten. Während das Unternehmen selbst und einige Analysten den Deal als game-changer sehen, der das kapitalintensive Expansionsvorhaben absichert, bleiben andere äußerst skeptisch. Die Folge: Nach einem initialen Kurssprung auf über 322 Dollar setzte am Donnerstag eine deutliche Gewinnmitnahme ein, die die Aktie um mehr als 11 Prozent fallen ließ.
Die große Kluft der Kursziele
Der Markt steht vor einem ungewöhnlichen Dilemma: Die Bandbreite der Analysteneinschätzungen könnte kaum größer sein.
Die Investmentbank Roth Capital etwa erhöhte zwar ihr Kursziel von 117 auf 125 Dollar, behielt aber ihre „Neutral“-Einstufung bei. Dieses Ziel impliziert ein Abwärtspotenzial von über 55 Prozent zum aktuellen Kurs – eine klare Warnung an die Anleger.
Dem stehen deutlich optimistischere Stimmen gegenüber. Needham & Company bekräftigte ein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 357 Dollar und verwies auf die zentrale Rolle von Centrus für die US-amerikanische Brennstoffsicherheit. Auch die Bank of America hob ihr Ziel auf 340 Dollar an und betonte das langfristige Umsatzpotenzial der HALEU-Produktion.
Centrus Energy Corp. Aktie Chart
Ausblick auf die Quartalszahlen
Die nächste wichtige Wegmarke für Anleger sind die Quartalszahlen für das vierte Quartal 2025, die voraussichtlich am 5. Februar 2026 veröffentlicht werden. Der Markt erwartet einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,43 US-Dollar. Diese Zahlen werden zeigen, inwieweit das Unternehmen bereits von der gestärkten finanziellen Position – Ende 2025 belief sich die Barreserve auf rund 1,6 Milliarden Dollar – und den strategischen Regierungsaufträgen profitiert.
Technisch gesehen bewegt sich die Aktie trotz der jüngsten Korrektur noch deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Die hohe Volatilität der letzten Tage deutet jedoch darauf hin, dass die Unsicherheit über den fairen Unternehmenswert vorerst anhalten dürfte.
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