Es gibt Ergebnisse, die gut sind. Und es gibt Ergebnisse, die nicht gut genug sind. Celestica hat gestern abend nach US-Börsenschluss beides gleichzeitig geliefert. Der kanadische Technologiekonzern übertraf im ersten Quartal die Erwartungen, hob die Jahresprognose an, und die Aktie rauschte vorbörslich trotzdem um rund 15 Prozent nach unten.
380 Prozent in zwölf Monaten
Wer die Ausgangslage kennt, versteht das Problem. Die Celestica-Aktie hatte in den zwölf Monaten vor dem Ergebnis rund 380 Prozent zugelegt. Allein im vergangenen Monat waren es gut 50 Prozent. Bei solchen Bewertungen kauft der Markt keine Zahlen mehr, er kauft Wunder. Und Wunder lieferte Celestica eben nicht.
Paul Treiber von RBC Capital Markets, der die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 400 Dollar bewertet, brachte es auf den Punkt: Die Kursreaktion spiegele wohl die hohen Erwartungen der Anleger wider, die sich angesichts der 51-prozentigen Rally im Vormonat aufgebaut hatten. Er räumte allerdings ein, dass der Anstieg der Jahresprognose mehr als doppelt so hoch ausfiel wie die Anhebung im Quartal zuvor.
Celestica Aktie Chart
Was Investoren wirklich wissen wollen
Samik Chatterjee von J.P. Morgan sah das ähnlich, formulierte aber die eigentlichen Knackpunkte klarer. Anleger fragten sich demnach, warum das erste Halbjahr trotz starker Cloud-Ausgaben nur begrenztes Wachstum zeige, was den erwarteten Umsatzanstieg von mindestens 28 Prozent im zweiten Halbjahr 2026 antreibe, und wie das Unternehmen den implizierten Sprung beim Umsatzziel für 2027 konkret untermauern wolle.
Für das zweite Quartal erwartet Celestica einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 2,14 und 2,34 Dollar, der Konsens lag bei 2,13 Dollar. Der Umsatz soll zwischen 4,15 und 4,45 Milliarden Dollar liegen, der Mittelpunkt knapp über der Schätzung von 4,18 Milliarden Dollar.
Gut, aber eben nicht gut genug
Am Ende ist das die Geschichte einer Aktie, die so schnell gestiegen war, dass selbst ein ordentliches Quartal zur Enttäuschung werden musste. 380 Prozent in zwölf Monaten verzeihen keine kleinen Überraschungen mehr.
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