Celestica-Aktie: Erwartungen geschlagen – trotzdem abgestraft!

Trotz überraschend starker Quartalszahlen und angehobener Jahresprognose verliert die Celestica-Aktie nachbörslich rund neun Prozent.

Auf einen Blick:
  • Umsatz stieg um 52,8 Prozent auf 4,05 Milliarden Dollar im ersten Quartal
  • Bereinigtes EPS von 2,16 Dollar übertraf die Analystenschätzung von 2,08 Dollar
  • Jahresprognose auf 19,0 Milliarden Dollar Umsatz und 10,15 Dollar EPS angehoben
  • Aktie verlor dennoch rund 9 Prozent im nachbörslichen Handel

Manchmal reicht Besser-als-erwartet eben nicht. Celestica lieferte für das erste Quartal 2026 Zahlen, die in nahezu jeder Kategorie über den Schätzungen lagen, hob die Jahresprognose an, und die Aktie rauschte trotzdem um rund 9 Prozent nach unten. Nachbörslich, wohlgemerkt, also dort, wo die Reaktionen gerne übertrieben ausfallen. Aber 9 Prozent ist 9 Prozent.

Die Zahlen, die eigentlich alles richtig machen

Umsatz im ersten Quartal: 4,05 Milliarden Dollar, ein Plus von 52,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bereinigtes EPS: 2,16 Dollar, Schätzung lag bei 2,08 Dollar. Die bereinigte operative Marge erreichte 8,0 Prozent, was CEO Rob Mionis einen „neuen Meilenstein für das Unternehmen“ nannte. Für das zweite Quartal erwartet Celestica einen Umsatz zwischen 4,15 und 4,45 Milliarden Dollar, der Mittelpunkt liegt über der Analystenschätzung von 4,18 Milliarden Dollar. Das bereinigte EPS soll zwischen 2,14 und 2,34 Dollar landen, auch das über der Erwartung von 2,13 Dollar.

Und dann die Jahresprognose: angehoben auf 19,0 Milliarden Dollar Umsatz und 10,15 Dollar bereinigtes EPS. Mionis sprach zudem davon, dass auch der Ausblick für 2027 sich gegenüber vor 90 Tagen weiter gefestigt habe, gestützt durch neue Programmgewinne und bessere Planungssicherheit bei den Kunden.

Celestica Inc. Aktie Chart

Zu gut eingepreist?

Was also hat den Markt gestört? Details nannte das Unternehmen noch nicht, die Konferenz folgt erst am Dienstagmorgen US-amerikanischer Zeit. Der Verdacht liegt nahe, dass die Latte schlicht zu hoch hing. Wer 52 Prozent Umsatzwachstum und eine angehobene Jahresprognose braucht, um nicht enttäuscht zu sein, der hat vorher schon sehr viel Optimismus in den Kurs gepackt.

Celestica ist kein Unbekannter mehr. Die Aktie hatte sich zuletzt kräftig nach oben bewegt, getragen von der Nachfrage rund um KI-Infrastruktur und Rechenzentren. Wenn solche Wachstumsraten zur Normalerwartung werden, reicht ein Schlag ins Schwarze irgendwann nicht mehr für Applaus. Dann braucht es einen Schlag ins Schwarze plus Überraschung. Die fehlte diesmal wohl.

Dienstag wird interessant

Was Mionis auf der Konferenz am Dienstag sagt, dürfte entscheidend sein. Gibt es konkrete Hinweise auf das Wachstum im CCS-Segment, auf Kundennamen, auf Programmvolumina? Oder bleibt es bei gut klingenden Allgemeinaussagen? 19 Milliarden Dollar Jahresumsatz ist eine Ansage. Ob die Börse das glaubt, sieht man dann im regulären Handel.

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