Die Aktie des Technologiedienstleisters Celestica verzeichnete am heutigen Dienstag eine deutliche Belebung. Im Zentrum des Interesses steht eine Neubewertung durch Analysten, die das Potenzial des Unternehmens im Bereich der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) unterstreicht. Damit setzt das Papier die Erholung nach einer volatilen Phase fort, die zuletzt durch eine umfangreiche Kapitalmaßnahme geprägt war.
Analysten sehen Potenzial durch KI-Infrastruktur
Gestern sorgte eine Hochstufung durch das Analysehaus UBS für positive Impulse. Die Experten hoben ihr Rating für Celestica von „Neutral“ auf „Buy“ an und passten das Kursziel von 410 auf 430 US-Dollar an. Als wesentliche Begründung führten die Analysten die starke Nachfrage nach KI-bezogenen Technologien an.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Bereich des KI-Ethernet-Switching sowie auf Lösungen für das maschinelle Lernen. Ein entscheidender Faktor für die optimistische Einschätzung ist zudem eine spezialisierte 1,6T-Rack-Lösung, die Celestica für OpenAI entwickelt. Diese technologische Positionierung dürfte laut UBS zu einem signifikanten Wachstum bei Umsatz und Ergebnis führen.
In Marktkreisen wird zudem die Rolle des Unternehmens im wachsenden Rechenzentrumssektor betont, wobei Celestica als einer der Profiteure des anhaltenden KI-Ausbaus gilt.
Rekordmargen und angehobene Jahresprognose
Die fundamentale Basis für das Vertrauen der Marktteilnehmer lieferte bereits der Geschäftsbericht zum zweiten Quartal, den das Unternehmen Ende Juli vorlegte. Celestica konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 62 Prozent auf 4,70 Milliarden US-Dollar steigern. Noch deutlicher fiel das Wachstum beim bereinigten Gewinn je Aktie aus, der um 83 Prozent auf 2,54 US-Dollar kletterte.
Ein wichtiger Indikator für die operative Effizienz ist die bereinigte operative Marge, die im zweiten Quartal mit 8,2 Prozent einen Rekordwert erreichte, nachdem sie im Vorjahresquartal noch bei 7,4 Prozent gelegen hatte. Angesichts dieser Dynamik hob das Management die Ziele für das Gesamtjahr 2026 an.
Celestica rechnet nun mit einem Jahresumsatz von 20,5 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 11,30 US-Dollar. Für das kommende Jahr 2027 stellt die Unternehmensführung sogar ein nochmals beschleunigtes Wachstum in Aussicht.
Kapitalerhöhung und Insider-Transaktionen
Heute legte der Kurs um 2,7% zu und notiert aktuell bei 418,22 CAD. Trotz dieser kurzfristigen Stärke weist die Performance über 30 Tage ein Minus von -7,0% auf. Dieser Rückgang steht maßgeblich im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung, die vor gut drei Wochen abgeschlossen wurde.
Celestica gab dabei rund 9,68 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 310 US-Dollar aus, was dem Unternehmen einen Bruttoerlös von drei Milliarden US-Dollar einbrachte. Diese Mittel sollen investiert werden, um die nach Unternehmensangaben „beispiellose mehrjährige Nachfrage“ der Kundenbasis bedienen zu können.
Flankiert wurde das Marktgeschehen von Meldungen über Insider-Aktivitäten. CEO Robert Mionis veräußerte am 13. August insgesamt 23.496 Aktien. Bereits Anfang August hatten sowohl Mionis als auch CFO Mandeep Chawla im Rahmen von vorab festgelegten Handelsplänen größere Aktienpakete verkauft.
Solche Transaktionen unter sogenannten Rule 10b5-1-Plänen erfolgen automatisiert und werden oft Monate im Voraus geplant, um Interessenkonflikte zu vermeiden.
Auf der anderen Seite wurden Aufsichtsratsmitgliedern wie Robert Cascella am 11. August im Rahmen der regulären Vergütung neue Aktieneinheiten zugeteilt, was die langfristige Bindung des Managements an die Unternehmensentwicklung unterstreicht.
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