Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass JD.com die Media-Markt-Mutter Ceconomy zu übernehmen gedenkt. Zunächst verliefen die Pläne auch recht flott und reibungslos. Eine Mehrheit konnte man sich schnell sichern und im September ließ das Bundeskartellamt wissen, keinerlei wettbewerbsrechtlichen Bedenken zu hegen.
Noch ausstehend ist allerdings eine Prüfung durch das Bundeswirtschaftsministerium und auch in Österreich regte sich bereits Widerstand. Nun will auch die EU-Kommission eine genauere Prüfung vornehmen, wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist. Dort hegt man offenbar den Verdacht, dass JD.com von Subventionen profitiert haben könnte, wodurch das Übernahmeangebot höher ausgefallen sein könnte. Außerdem möchte man sich mit der Frage beschäftigen, ob die Übernahme wettbewerbsverzerrende Effekte haben könnte.
Ceconomy: Jetzt ist Geduld gefragt
JD.com ist sich keiner Schuld bewusst und lässt wissen, eng mit der EU-Kommission zusammenzuarbeiten. Bis das letzte Wort gesprochen ist, könnte es noch ein Weilchen dauern. Zeit hat die EU-Kommission dafür bis Anfang Oktober. Derweil sind Zustimmungen aus Österreich, Deutschland und Spanien noch ausstehend.
Der Geist ist damit aus der Flasche und nun machen sich leise Zweifel breit, ob die Fusion noch über die Bühne gehen wird. Möglich wäre auch, dass JD.com dafür Auflagen erteilt werden. Sollte das Ganze jedoch scheitern, wäre eine heftige Korrektur zu befürchten. Daher gibt die Ceconomy-Aktie schon mal nach und fiel bis Freitagmorgen auf 4,10 Euro zurück.
Ceconomy Aktie Chart
Alles kann, nichts muss
Geändert hat sich erst einmal nicht viel. JD.com hält an seinen Plänen fest. Jene beinhalten nach der Übernahme ein Delisting von Ceconomy. Um dies durchführen zu können, müsste der chinesische Handelsreise noch etwas nachkaufen und bei einem hypothetischen Squeeze-out wäre eine Kompensation deutlich über den letzten Schlusskursen möglich. Darauf zu setzen wäre aber nichts weiter als eine Wette.
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