Ein Cyclospora-Ausbruch hätte manches Restaurantunternehmen tiefer erschüttern können. Cava steckte den Schock weg – und legt Zahlen vor, die selbst skeptische Analysten überzeugen. Die Aktie sprang um rund 13 Prozent nach oben.
Der Umsatz der mediterranen Fast-Casual-Kette wuchs im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 368 Millionen Dollar, der Konsens lag bei 360 Millionen. Beim Gewinn je Aktie standen 0,19 Dollar zu Buche, einen Cent über den Erwartungen. Bemerkenswert: Nicht nur höhere Preise trieben das Wachstum. Die Kundenfrequenz legte um über 5 Prozent zu, die vergleichbaren Restaurantumsätze kletterten um 9 Prozent.
Cyclospora-Effekt verpufft schneller als befürchtet
Der Lebensmittelsicherheits-Vorfall rund um den Parasiten Cyclospora hatte im Vorfeld für Verunsicherung gesorgt. Die Auswirkungen zeigten sich zunächst in den Wochenzahlen, verbesserten sich aber von Woche zu Woche. RBC Capital sprach von einer „steten Erholung vom Höhepunkt der Belastung“ und hob das Kursziel auf 95 Dollar an. Das Unternehmen bestätigte trotz der kurzfristigen Störung seine Jahresprognose von 4,5 bis 6,5 Prozent Wachstum bei vergleichbaren Restaurantumsätzen.
Mit 17 neu eröffneten Standorten im Quartal wuchs das Filialnetz auf 476 Restaurants. Das bereinigte EBITDA stieg um 30 Prozent auf 54,7 Millionen Dollar – ein Hinweis darauf, dass die Skalierung der Kette zunehmend auf die Marge durchschlägt.
Analysten uneins über den fairen Preis
Das Kursziel-Bild bleibt gespalten. Während RBC Capital und Bernstein bei 95 Dollar liegen und Wolfe Research sein Ziel auf 82 Dollar anhob, bleiben TD Cowen mit 85 Dollar und vor allem Mizuho mit 70 Dollar deutlich zurückhaltender. Mizuho verwies dabei explizit auf Bewertungssorgen und den Cyclospora-Effekt auf die kurzfristigen Ergebnisse.
Der Streit dreht sich im Kern um die Bewertung: Mit einem Forward-KGV von über 100 gehört Cava zu den teuersten Namen der Branche. Zum Vergleich: Die als „amerikanisch“ geltende Konkurrenz von Jack in the Box kommt auf ein Forward-KGV von nur 5,4 – auch deren Aktie legte am Berichtstag rund 6 Prozent zu. Wolfe Research begründet den eigenen Aufschlag mit dem langfristigen Expansionsziel von 1.000 Standorten bis 2032 und verbesserter Einheiten-Ökonomie.
Kurzfristig hat Cava die Zweifel an der Kontrolle über den Cyclospora-Vorfall ausgeräumt. Ob sich das hohe Bewertungsniveau auf Dauer halten lässt, hängt davon ab, wie stabil die Frequenzgewinne bleiben, wenn der Aufholeffekt aus der Krise abklingt.
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