CATL hat erstmals Aktien im Rahmen seines milliardenschweren Rückkaufprogramms erworben. Am 11. September kaufte der Batteriehersteller über die Börse Shenzhen 604.293 A-Aktien zu Kursen zwischen 330,15 und 331,61 Yuan, insgesamt für knapp 200 Millionen Yuan. Die Aktionäre hatten den Rahmen von 20 bis 40 Milliarden Yuan bereits am 12. August gebilligt, die Papiere sollen eingezogen und das Grundkapital entsprechend reduziert werden.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert: Der Rückkauf läuft gerade in einer Phase, in der die Aktie so schwach notiert wie seit einem Jahr nicht mehr. Aktuell kostet das Papier 305,88 Yuan, nur 2,3 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 299,00 Yuan, das am 16. September markiert wurde.
Binnen 30 Tagen hat die Aktie 23 Prozent verloren, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 17 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 22,5 signalisiert eine deutlich überverkaufte Situation.
Regulatorischer Rückenwind aus Peking
Neben dem Rückkauf sorgte eine behördliche Genehmigung für Aufmerksamkeit: China State Administration for Market Regulation gab grünes Licht für den Erwerb einer nicht näher bezifferten Beteiligung an Chongqing Yaoning New Energy Technology, einem von Geely unterstützten Batteriehersteller, der derzeit eine eigene Fertigung aufbaut.
Für CATL wäre dies eine weitere Möglichkeit, seine Position in der chinesischen Zulieferkette abzusichern, während Wettbewerber und Kunden zunehmend eigene Batteriekompetenzen aufbauen.
Auf der Produktseite präsentierte CATL zudem auf der IAA Transportation 2026 das System TECTRANS II, das die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen weltweit vorantreiben soll – ein Signal, dass das Unternehmen trotz der Kursschwäche an seiner Wachstumsstrategie im Nutzfahrzeugsegment festhält.
Zahlen sprechen eine andere Sprache als der Kurs
Der Kursverfall steht in auffälligem Kontrast zur operativen Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2026 steigerte CATL den Umsatz um 54,80 Prozent auf 276,92 Milliarden Yuan, der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn kletterte um 41,98 Prozent auf 43,28 Milliarden Yuan. Diese Zahlen datieren zwar aus dem Juli, doch sie unterstreichen, dass die operative Basis des Konzerns zuletzt intakt war.
Belastet wird der Kurs derzeit eher von Sorgen um die kommenden Quartale: Medienberichten zufolge kursieren Spekulationen über eine Drosselung der Produktion im September sowie über ein möglicherweise schwächeres Nettoergebnis im dritten Quartal.
Hintergrund ist die Sorge, dass Autohersteller ihre Batterie-Lieferantenbasis verbreitern und sich von CATL diversifizieren könnten – ein Trend, der sich bereits in der Kundenabwanderung bei einzelnen Großabnehmern zeigt.
Die Kombination aus einem laufenden Aktienrückkauf, robusten Halbjahreszahlen und einem historisch überverkauften Kursniveau lässt sich als Versuch des Managements lesen, dem Vertrauensverlust am Markt entgegenzuwirken. Ob das gelingt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Befürchtungen zu Produktionskürzungen und Kundenverlusten in den kommenden Quartalszahlen bestätigen oder als Übertreibung erweisen.
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