Der weltweit führende Batterienhersteller Contemporary Amperex Technology (CATL) sieht sich mit operativen Hürden an zwei Fronten konfrontiert. Während in Ungarn Teile der Produktion nach einem Sicherheitszwischenfall ruhen, verzögert sich in China die Wiederaufnahme einer wichtigen Lithium-Mine. Die Aktie reagierte am heutigen Mittwoch mit einem Abschlag von 2,7 % auf 348,29 CNY.
Produktionsstopp in Debrecen nach Nickel-Exposition
In der ungarischen Stadt Debrecen musste CATL die Zellproduktion in drei Bereichen des dortigen Werks vorerst einstellen. Hintergrund ist eine Nickel-Exposition, von der Medienberichten zufolge neun Mitarbeiter betroffen waren.
Die zuständige Behörde forderte umgehende Korrekturen bei den Sicherheitsvorkehrungen und verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen Forint. Aktuell ist es dem Unternehmen lediglich gestattet, Tests an den Geräten durchzuführen, während die reguläre Fertigung in den betroffenen Abschnitten unterbrochen bleibt.
Das Werk in Debrecen gilt als zentrales Expansionsprojekt für den europäischen Markt. CATL hat hier Investitionen von insgesamt 7,34 Milliarden Euro sowie eine geplante Kapazität von 100 Gigawattstunden (GWh) vorgesehen.
Ein Modulwerk mit einer Kapazität von 5 GWh ist bereits seit Mai in Betrieb. Die nun aufgetretenen Mängel bei der Arbeitssicherheit sowie verschärfte Umweltauflagen in Ungarn belasten jedoch den Zeitplan für den weiteren Hochlauf der Zellfertigung.
Verzögerungen im chinesischen Bergbau
Parallel dazu gibt es Rückschläge in der heimischen Rohstoffversorgung. Die Lithiummine Jianxiawo in der chinesischen Provinz Jiangxi wird ihren Betrieb voraussichtlich nicht wie geplant wieder aufnehmen können. Nachdem die Umweltverträglichkeitsprüfung am 26. August zurückgezogen wurde, ist mit einem Neustart frühestens im vierten Quartal oder erst im kommenden Jahr zu rechnen.
Infolge dieser Verzögerung hat CATL die Produktionsprognose für die Mine deutlich nach unten korrigiert: Statt der ursprünglich erwarteten 62.500 Tonnen Lithiumcarbonat wird für das laufende Jahr nun nur noch mit 32.000 Tonnen gerechnet. Da die Mine im Vorjahr etwa drei Prozent der weltweiten Produktion lieferte, hat dieser Ausfall auch Auswirkungen auf die globale Angebotsseite.
Neue Projekte und regulatorische Vorgaben
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten bereitet CATL eine Erweiterung am Standort Debrecen vor. Über die Tochtergesellschaft GreenPower Energy soll ein neues Werk für das Umpacken und die Montage von Batterien entstehen.
Die Umweltverträglichkeitsprüfung für dieses Projekt läuft bereits seit Ende Juni. Es handelt sich dabei um die achte größere Investition im Bereich der Batterietechnik in dieser Region, obwohl offizielle Stellen solche Pläne zuvor teilweise verneint hatten.
Gleichzeitig sieht sich die gesamte Branche mit neuen Richtlinien aus Peking konfrontiert. Das chinesische Handelsministerium veröffentlichte am gestrigen Dienstag neue Vorgaben für Auslandsinvestitionen in der Automobilindustrie. Diese zielen darauf ab, einen aggressiven Preiswettbewerb auf Exportmärkten zu vermeiden und die Überwachung der Investitionen zu verschärfen. Analysten werten dies als Signal für eine strengere staatliche Kontrolle der globalen Expansionsbestrebungen chinesischer Konzerne.
Für die Anleger bedeutet die Nachrichtenlage eine Fortsetzung der jüngsten Kursschwäche. Das Papier notiert derzeit mit einem Abstand von 9,8 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage. Auch die Kooperation mit dem brasilianischen Unternehmen Moura für eine Speicherauktion im Dezember konnte den kurzfristigen Abwärtstrend bisher nicht stoppen.
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