Der chinesische Batterieriese CATL stellt sich einem anspruchsvolleren Marktumfeld entgegen. Während das Unternehmen am gestrigen Dienstag Medienberichten zufolge die Testproduktion in seiner neuen europäischen Fertigungsstätte im ungarischen Debrecen aufgenommen hat, trat das Management gleichzeitig Sorgen über die regulatorische Entwicklung im Heimatmarkt entgegen.
CATL-Technologiechef Lin Jiubiao erklärte am Montag laut Bloomberg, dass die seit September greifende neue Verbrauchssteuer auf Batterien in China nur begrenzte Auswirkungen auf die Inlandsbestellungen habe. Trotz gewisser Schwankungen bei den Aufträgen bleibe der Geschäftsausblick für das Gesamtjahr 2026 unverändert.
Kapazitätsaufbau in Europa und Zukauf in China
Mit dem Produktionsstart der ersten Testzellen in Debrecen treibt das Unternehmen seinen Ausbau außerhalb Chinas voran. Das ungarische Werk ist auf eine geplante Jahreskapazität von 100 Gigawattstunden ausgelegt und soll die Versorgung europäischer Automobilhersteller absichern.
Parallel dazu baut der Konzern seine Verflechtung mit der heimischen Autoindustrie aus. Mitte September erhielt CATL die behördliche Genehmigung für den Einstieg bei Chongqing Yaoning New Energy Technology. Der von Geely Automobile unterstützte Batteriehersteller befindet sich gegenwärtig im Bau einer eigenen Fabrik. Über die genaue Höhe der erworbenen Beteiligung machten die Parteien keine Angaben.
Gegenwind durch diversifizierende Autobauer
Dennoch stand der Wert an den asiatischen Handelsplätzen zuletzt unter Druck. Am heutigen Mittwoch gibt die Aktie um 1,2 Prozent auf 300,83 CNY nach. Damit notiert das Papier nur noch rund 1,8 Prozent über seinem erst am Montag markierten 52-Wochen-Tief.
Hinter der jüngsten Kursschwäche stehen wachsende Bedenken der Anleger bezüglich des dritten Quartals. Mitte September führten Berichte über mögliche Produktionskürzungen und einen potenziellen Rückgang der Stückgewinne bereits zu deutlichen Kursabgaben. Belastend wirkt zudem das Bestreben wichtiger Kunden, ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu verringern.
So kündigte der Autobauer Li Auto Anfang September an, schrittweise auf eigene Batteriezellen umzustellen; das Spitzenmodell Li Mega wechselt von CATL zu hauseigenen Batterien, während für den kleineren Li i6 auf den Rivalen CALB zurückgegriffen wird. Auch Xiaomi weitete seine Zellbeschaffung jüngst auf insgesamt vier Zulieferer aus.
CATL versucht der Marktskepsis unter anderem über Kapitalmaßnahmen zu begegnen und erwarb am 11. September erstmals 604.293 eigene A-Aktien über ein Rückkaufprogramm.
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