CATL treibt den Ausbau seines europäischen Geschäfts mit Natrium-Ionen-Energiespeichern voran. Medienberichten vom Samstag zufolge strebt das Unternehmen dabei ein Auftragsvolumen von 70 GWh an. Für Anleger ist die Unterscheidung entscheidend: Die Größenordnung beschreibt ein Ziel beziehungsweise zusammengefasste Vereinbarungen, keinen bestätigten Bestand fester Bestellungen.
Intilion-Vereinbarung eröffnet europäische Perspektive
Ein Baustein ist die Zusammenarbeit mit dem deutschen Integrator Intilion. Dessen CEO kündigte am 10. Oktober eine Vereinbarung über Speicherprojekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Sie umfasst ein Entwicklungsziel von bis zu 3 GWh über fünf Jahre.
Damit erhält CATLs europäischer Vorstoß einen konkreten regionalen Rahmen. Die Vereinbarung ist allerdings nicht zwingend mit einer verbindlichen Abnahmezusage gleichzusetzen. Ihr wirtschaftlicher Wert hängt deshalb davon ab, in welchem Umfang aus den Entwicklungsplänen tatsächlich Projekte und Bestellungen entstehen.
Auch die genannte Gesamtgröße für das Natrium-Ionen-Speichergeschäft verlangt diese Trennung. Eine Bestätigung durch eine CATL-Mitteilung als fest gebuchter Auftragsbestand liegt dafür nicht vor. Aus der Zielgröße lassen sich somit weder gesicherte Umsätze noch ein verbindlicher Auslieferungsplan ableiten.
Marktführerschaft mit wachsendem Wettbewerbsdruck
Die Expansion trifft auf ein anspruchsvoller werdendes Wettbewerbsumfeld im chinesischen Geschäft mit Elektroautobatterien. Nach den am Donnerstag veröffentlichten Septemberdaten der China Automotive Power Battery Industry Innovation Alliance erreichte CATL bei den Installationen 35,49 GWh. Der Marktanteil lag bei 40,92 Prozent; BYD kam auf 21,09 Prozent.
CATL blieb damit Marktführer. Zugleich verringerte sich der Abstand zu BYD den vierten Monat in Folge. Das unterstreicht die Bedeutung neuer Geschäftsmöglichkeiten, belegt aber keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Wettbewerb in China und der europäischen Speicherstrategie.
Für Anleger sind beide Entwicklungen getrennt zu bewerten: Die Installationsdaten beschreiben CATLs bestehende Marktposition. Die europäischen Natrium-Ionen-Pläne stehen dagegen für eine zusätzliche Geschäftsperspektive, deren Umfang noch von der Umsetzung abhängt.
Kooperationen müssen in Geschäft münden
Parallel baut CATL seine Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern aus. Am 10. Oktober unterzeichnete das Unternehmen mit SERES eine langfristige strategische Kooperationsvereinbarung. Für die zweite Phase ihres gemeinsamen Fabrikprojekts ist eine jährliche Kapazität von 10–12 GWh vorgesehen.
Beide Phasen sollen nach Fertigstellung zusammen mehr als 20 GWh erreichen. Darüber hinaus planen die Unternehmen eine Zusammenarbeit bei Ladediensten und auf Auslandsmärkten.
Die Vereinbarungen zeigen unterschiedliche Ansatzpunkte für weiteres Geschäft. Sie bleiben jedoch an ihre jeweiligen Voraussetzungen gebunden: geplante Kapazität bei SERES, Entwicklungsziele bei Intilion. Für die Bewertung der europäischen Speicherinitiative zählt daher vor allem, ob CATL die angekündigte Größenordnung künftig durch verbindliche Bestellungen und realisierte Projekte untermauern kann.
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