Am Freitag steht CATL unter Druck. Der chinesische Batterieriese verliert rund sieben Prozent auf 348,65 CNY. Der Kurs fällt damit auf den tiefsten Stand seit Januar dieses Jahres. Allein in den letzten sieben Tagen summiert sich das Minus auf 8,25 Prozent, über 30 Tage sogar auf mehr als zehn Prozent.
Der RSI liegt bei 33,8 – tief im überverkauften Bereich. Die annualisierte Volatilität von knapp 44 Prozent signalisiert: Die Anleger sind nervös.
Goldmans optimistischer Gegenvorschlag
Dabei sieht ein großes Haus CATL völlig anders. Goldman Sachs veröffentlichte am 9. Juli eine Studie, die dem Batteriekonzern ein Kurspotenzial von 50 Prozent bescheinigt. Das 12-Monats-Kursziel für die Shenzhen-Notierung: 566 Yuan.
Die Analysten Nick Zheng und Selina Yan begründen ihre Einschätzung mit der wachsenden Nachfrage nach Energieunabhängigkeit. Besonders das Batteriespeichergeschäft (BESS) bezeichnen sie als künftigen Werttreiber. Durch strategische Integration, so die These, könne CATL Margen, Marktanteil und Bewertung steigern.
Konsolidierung als Chance
Goldman sieht CATL technologisch und kostenmäßig klar vor der chinesischen Konkurrenz. Der Markt für Energiespeicherbatterien in China sei fragmentiert – und damit reif für Konsolidierung. Sobald schwächere Anbieter entlang der zyklischen Nachfrage ab 2028 unter Druck geraten, dürften Marktführer wie CATL überproportional profitieren.
Neue Wege in der Schifffahrt
Der Konzern hält parallel dazu an seiner Diversifizierungsstrategie fest. Die Tochtergesellschaft CATL Electric Ship Technology stieg am 10. Juli bei Jiangsu Kaiyang Ship ein – einem Werftbetreiber. Zuvor hatte sich eine andere CATL-Tochter von der Wuhu Shipyard zurückgezogen. Die Signale deuten auf ein dynamisches Taktieren im Markt für maritime Elektrifizierung hin.
Mit 30 Prozent globalem Marktanteil bei Energiespeicherbatterien und einem Börsenwert von umgerechnet rund 222 Milliarden Euro bleibt CATL der unangefochtene Branchenführer. Der jüngste Kursrutsch hat das Papier auf das Niveau vom Januar zurückgeworfen. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 468,75 CNY beträgt jetzt rund 26 Prozent. Ob Goldmans optimistische Prognose die Stimmung drehen kann, wird sich an den entscheidenden charttechnischen Marken um 333 CNY zeigen – dem 52-Wochen-Tief. Ein Bruch dieser Linie dürfte weitere Verkäufe auslösen.
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