CATL-Aktie: Diese Zahlen haben sich gewaschen!

Der chinesische Batteriehersteller CATL meldet starkes Umsatz- und Gewinnwachstum und investiert massiv in eigene Rohstoffquellen, was Analysten zu Kaufempfehlungen veranlasst.

Auf einen Blick:
  • Nettogewinn stieg um 48,5% auf 20,74 Milliarden Yuan im ersten Quartal
  • Umsatz kletterte um 52,5% auf 129,13 Milliarden Yuan
  • Aktie legte bis zu 10,3% in Hongkong und 6,7% in Shenzhen zu
  • CATL plant 4,4 Milliarden Dollar schwere Tochtergesellschaft für Rohstoffsicherung

Nettogewinn rauf 48,5 Prozent auf 20,74 Milliarden Yuan. Umsatz rauf 52,5 Prozent auf 129,13 Milliarden Yuan. Und das, obwohl die chinesische Regierung gerade an den Subventionen und Steuervorteilen für Elektrofahrzeuge herumgeschraubt hat. CATL hat das offenbar kaum gejuckt.

Der Markt jedenfalls war begeistert. Die Aktie schoss am Donnerstagmorgen um bis zu 10,3 Prozent in Hongkong nach oben, in Shenzhen waren es gut 6,7 Prozent. Wer das Jahr über dabei geblieben ist, sitzt auf einem Plus von rund 23 Prozent in China und sogar 41 Prozent in Hongkong.

46 Prozent Marktanteil reichen wohl nicht

CATL hält 46 Prozent des chinesischen EV-Batteriemarkts. Dazu Verträge mit Volkswagen, BMW, Geely, Tesla. Und nun auch noch 30 Prozent im globalen Markt für Energiespeichersysteme laut SNE Research. Das ist keine Nische mehr, das ist ein Imperium.

Nomura-Analysten lobten denn auch prompt die „marktführende Position und branchenführende Profitabilität“. HSBC sieht CATL als eines der am besten positionierten Unternehmen für das nächste Wachstumskapitel im Energiespeicherbereich. Bernstein wiederum verweist auf den Nahost-Konflikt, der Energiesicherheit als Thema wieder ganz oben auf die Agenda gesetzt hat. Alle sagen Kaufen. Das sollte einen eigentlich nachdenklich machen.

Contemporary Amperex Technology Co. Aktie Chart

4,4 Milliarden Dollar für die Rohstoffunabhängigkeit

Doch dann kam noch eine zweite Nachricht, die die Aktie zusätzlich beflügelt hat. CATLs Vorstand hat einen Plan genehmigt, rund 30 Milliarden Yuan, also etwa 4,4 Milliarden Dollar, in eine neue Tochtergesellschaft zu stecken. Die soll sich um Mineralressourcen, Metallverarbeitung und chemische Produkte kümmern. Konkret: Lithium, Nickel, Phosphor. Bestehende Bergbauanlagen, darunter eine Lepidolith-Mine in Jiangxi, sollen eingebracht werden, dazu kommen neue Projekte im In- und Ausland.

Der Gedanke dahinter ist simpel. Wer die Rohstoffe kontrolliert, kontrolliert die Marge. Denn genau da hat zuletzt der Schuh gedrückt: Lithium- und Kupferpreise stiegen im ersten Quartal, getrieben auch durch den Nahost-Konflikt. Bernstein-Analysten sagen, der Druck sei wohl nur vorübergehend, weil CATL Kosten weitergeben kann. Demnach wäre das Rohstoffproblem kurzfristig beherrschbar und langfristig bald selbst in der Hand.

Ausserdem kündigte CATL vergangene Woche an, 49 Prozent an Hangzhou Zhongheng Electric zu übernehmen, einen Anbieter von Stromversorgungsanlagen für Rechenzentren. Kaufpreis: rund 600 Millionen Dollar. KI-Boom trifft Batteriekonzern.

Zu gut, um wahr zu sein?

Man muss CATL zugestehen: Die Zahlen sind stark, die Strategie ist klar, und der Kurs gibt Recht. Aber 46 Prozent Marktanteil, ein Rohstoff-Imperium im Aufbau, Energiespeicher, Rechenzentren, KI-Infrastruktur. Irgendwann fragt man sich, ob ein Unternehmen wirklich alles gleichzeitig dominieren kann. Die Analystenriege ist sich diesbezüglich derzeit noch einig: Alle sieben Analysten sagen Kaufen.

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