Baumaschinen-Konzerne gelten als Konjunkturbarometer. Caterpillar zeigt gerade das Gegenteil: Während Whirlpool wegen der schwachen Konjunktur seine Gewinnprognose kappt, hebt Caterpillar seine Umsatzprognose kräftig an. Der Grund liegt nicht in Baggern oder Planierraupen, sondern in Rechenzentren.
Der Konzern erwartet für 2026 nun ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Bisher hatte das Management nur 7 Prozent in Aussicht gestellt. Der Auslöser: eine Sparte, die bislang eher im Hintergrund lief.
Stromgeneratoren als neuer Wachstumsmotor
Die Power-Systems-Sparte von Caterpillar verzeichnete im ersten Quartal ein Umsatzplus von 22 Prozent. Rechenzentrumsbetreiber brauchen massive Backup-Stromsysteme und Netzstabilisierung, um ihre KI-Infrastruktur am Laufen zu halten. Caterpillar profitiert direkt davon.
Das Management spricht von einem mehrjährigen Rückenwind durch den Ausbau der KI-Infrastruktur. Diese Einschätzung bekommt zusätzliches Gewicht durch einen Blick auf die Lieferketten: Bei manchen Transformatoren liegen die Lieferzeiten inzwischen bei über 160 Wochen. Wer heute bestellt, wartet also mehr als drei Jahre.
Auch die Sparte für Energie- und Baugeräte legte kräftig zu, mit einem Umsatzplus von 38 Prozent im ersten Quartal. Diese Kombination verschafft Caterpillar eine gewisse Abschirmung gegen die zyklische Schwäche, unter der andere Industriekonzerne derzeit leiden.
Die Zahlen zum ersten Quartal untermauern die neue Zuversicht. Caterpillar erzielte ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 5,54 Dollar, deutlich über der Analystenschätzung von 4,62 Dollar. Der Umsatz kletterte auf rund 17,42 Milliarden Dollar und übertraf damit ebenfalls die erwarteten 16,61 Milliarden Dollar.
Gemischtes Bild bei Investoren und im Management
Institutionelle Anleger reagieren uneinheitlich auf die Entwicklung. Calamos Advisors stockte seine Position im ersten Quartal um 40,7 Prozent auf einen Wert von etwa 95,4 Millionen Dollar auf. Hartford Funds Management ging den entgegengesetzten Weg und reduzierte seinen Anteil um 47 Prozent.
Auch aus der Chefetage kam Bewegung: CFO Andrew Bonfield verkaufte 15.674 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 918,71 Dollar. Am Kapitalrückgabeprogramm ändert das nichts. Die Quartalsdividende steigt auf 1,63 Dollar je Aktie, der nächste Ex-Dividendentag steht im späteren Juli 2026 an.
Kurs zwischen Rekordnähe und Konsolidierung
Die Aktie notiert aktuell bei 825,00 Euro, ein Plus von 0,73 Prozent auf Tagessicht. Der Börsenwert liegt bei 384,30 Milliarden Euro. Über zwölf Monate hat sich der Kurs mehr als verdoppelt, mit einem Plus von 137,07 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 61,45 Prozent zu Buche.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 939,80 Euro, erreicht Ende Juni 2026, ist die Aktie noch 12,22 Prozent entfernt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 48,5 und signalisiert damit eine neutrale Marktlage, trotz der frischen Prognoseanhebung. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 808,34 Euro besteht ein Abstand von 2,06 Prozent nach oben.
Für das zweite Quartal rechnet das Management mit einem weiteren Umsatzanstieg gegenüber dem Vorquartal. Handelszölle könnten den Konzern im Gesamtjahr zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden Dollar kosten. Die starke Nachfrage in den Sparten Energie & Transport sowie Bauindustrie soll diese Belastung nach Einschätzung des Managements auffangen. Der Analystenkonsens für das Gesamtjahr 2026 liegt bei einem Konzernumsatz von 77 Milliarden Dollar.
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