Carrefour-Aktie: Ein herber Dämpfer!

Die Aktie des französischen Einzelhandelsriesen Carrefour schmiert am Donnerstag um über 5% ab. Was steckt hinter dem starken Kursrückgang der Carrefour-Aktie?

Auf einen Blick:
  • JPMorgan setzt Carrefour auf Negative Catalyst Watch
  • Margen unter Druck und schwache Entwicklung im Ausland
  • Verbraucher tendieren zu Discountern, Convencience und Online-Shops

Die Aktie des französischen Einzelhandelsriesen Carrefour schmiert am Donnerstag um über fünf Prozent ab. Was steckt hinter dem starken Kursrückgang der Carrefour-Aktie?

Kritische Stimme einer Bank

Auslöser des recht heftigen Kurssturzes der Carrefour-Aktie ist eine äußerst kritische Analystenstimme des Bankenriesen JPMorgan ausgelöst. Die Bank hat die Aktie auf eine rote Liste gesetzt („Negative Catalyst Watch“). Hinter der Skepsis der Analysten stecken folgende Belastungsfaktoren:

JPMorgan sieht ein erhebliches Enttäuschungspotenzial für die kommenden Halbjahreszahlen. Die Schätzungen der Bank für den Gewinn (EBIT) im Gesamtjahr liegen fünf bis sieben Prozent unter dem allgemeinen Marktkonsens, für das erste Halbjahr sogar im zweistelligen Prozentbereich. Die Analysten betonten, dass Carrefour historisch dazu neigt, die Erwartungen bei den Zwischenberichten zu verfehlen. Das hat viele Investoren kalt erwischt, die zuvor auf eine Trendwende gesetzt hatten.

Zwar konnte Carrefour durch die Übernahme der Ketten Cora und Match Marktanteile zurückgewinnen und den Umsatz stabilisieren, diese Integration kostet jedoch viel Geld. Allein die Integrationskosten belasten den Gewinn spürbar. Während Konkurrenten wie die genossenschaftliche Kette E.Leclerc in Frankreich aggressiv über den Preis angreifen, leidet Carrefours operative Gewinnmarge. Diese ist seit der Pandemie von 3,1 Prozent (2021) kontinuierlich auf rund 2,6 Prozent geschrumpft.

Carrefour kämpft an mehreren internationalen Fronten parallel. Brasilien, der wichtige lateinamerikanische Markt, steht massiv unter Druck. Sinkende Absatzerfolge belasten die Profitabilität der dortigen Tochtergesellschaften stark.

Zudem fielen die Branchen- und Verbraucherdaten für Länder wie Belgien oder Polen zuletzt enttäuschend aus. Außer in Spanien verfehlen die Supermärkte im europäischen Ausland die Wachstumsziele.

Das belastet Carrefour zusätzlich

Obwohl sich die Inflation im Vergleich zu den Extremjahren 2022/2023 beruhigt hat, ist die Konsumstimmung – insbesondere im Heimatmarkt Frankreich – gedrückt. Verbraucher greifen nach wie vor verstärkt zu günstigeren Discountern oder weichen auf die Eigenmarken der Konkurrenz aus. Zudem leiden die traditionell sehr großen, außerhalb der Innenstädte gelegenen Hypermärkte von Carrefour strukturell unter der zunehmenden Verlagerung hin zu kleineren Convenience-Märkten und dem Online-Handel.

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