Eine Kombination aus steigenden Energiekosten und einem verschärften Wettbewerb setzt den Papieren von Carnival derzeit massiv zu. Am Montag notierte das Papier zum Handelsschluss bei 22,56 USD. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist mit einem Wert von 28,7 mittlerweile in den überverkauften Bereich gesunken.
Wells Fargo dämpft Renditeerwartungen
Am gestrigen Montag reagierten Analysten auf die schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen. Die US-Bank Wells Fargo senkte das Kursziel für den Kreuzfahrtkonzern von 38 USD auf 36 USD, behielt jedoch die Einstufung „Overweight“ bei. Grund für die Anpassung sind vor allem gedämpfte Erwartungen für das vierte Quartal 2026.
Medienberichten zufolge rechnet das Bankhaus nun währungsbereinigt nur noch mit einer Rendite von 0,5 %, während zuvor noch 1,15 % prognostiziert worden waren. Als wesentlicher Faktor für diesen Rückgang wird ein zunehmender Preisdruck im Karibikmarkt angeführt, der die Margen des Unternehmens belastet.
Ölpreis und Kapazitätsfragen trüben Ausblick
Zusätzlicher Druck kommt von der Kostenseite. Der Anstieg des Ölpreises der Sorte Brent auf über 100 USD pro Barrel, ausgelöst durch neue Spannungen im Nahen Osten, trifft die Reederei empfindlich.
Da Treibstoff einen der größten Kostenblöcke im operativen Geschäft darstellt, reagieren Anleger sensibel auf die Entwicklungen am Energiemarkt. Zudem warnen Experten vor einem möglichen Kapazitätsüberschuss für das erste Quartal 2027, was den Spielraum für Ticketpreise weiter einschränken könnte.
Bereits im Juli hatte Carnival auf das schwierige Umfeld reagiert und die Prognose für die Netto-Rendite im zweiten Halbjahr um 100 Basispunkte gesenkt. Das Management verwies dabei auf die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten, die den Ertrag pro Passagier stärker beeinträchtigten als zunächst angenommen.
Rekordbuchungen und stabile Finanzlage
Trotz der aktuellen Kurskrise gibt es fundamentale Lichtblicke im operativen Geschäft. Im Juni meldete das Unternehmen Kundeneinzahlungen auf einem Allzeithoch von 9 Milliarden USD. Zudem wurde für das abgelaufene Quartal eine Dividende von 0,15 USD pro Aktie ausgeschüttet. Parallel dazu setzt Carnival ein Aktienrückkaufprogramm um, das seit April ein Volumen von über 450 Millionen USD umfasst.
Während die Aktie am Markt unter Druck bleibt, versucht der Konzern mit Marketing-Initiativen gegenzusteuern. So kündigte die Marke Carnival Cruise Line zuletzt eine neue Kampagne unter dem Titel „tropical with a twist“ an, deren Details in Zusammenarbeit mit der Meyer Werft in Papenburg vorgestellt werden sollen.
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