Die Aktie von Carnival verlor nach der Quartalszahlenvorlage 4,31 Prozent an Wert, obwohl der Kreuzfahrtkonzern sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz die Erwartungen übertraf. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,20 Dollar, zwei Cent über den Analystenschätzungen. Der Umsatz kletterte um 6,2 Prozent auf 6,17 Milliarden Dollar und lag damit 30 Millionen über dem Konsens.
Höhere Prognose trotz Belastungen durch Ölpreis
Für das Gesamtjahr 2026 zeigt sich Carnival optimistischer als noch im Dezember. Die Nettoerträge je verfügbarem Bett sollen währungsbereinigt um rund 2,75 Prozent steigen, was 0,25 Prozentpunkte über der vorherigen Prognose liegt. Bereinigt um Sondereffekte wie die Umleitung von Routen aus dem Arabischen Golf und Änderungen in der Bilanzierung des Treueprogramms bei Carnival Cruise Line ergibt sich sogar ein Plus von 3,25 Prozent.
Die operativen Verbesserungen summieren sich auf fast 150 Millionen Dollar beim bereinigten Nettogewinn im Vergleich zur Dezember-Prognose. Diese Fortschritte bei Erträgen und Kosten mildern jedoch nur teilweise die Belastungen durch gestiegene Treibstoffpreise ab, die mit über 500 Millionen Dollar zu Buche schlagen. Das Unternehmen rechnet für den Rest des Jahres mit einem Brent-Ölpreis von durchschnittlich 90 Dollar je Barrel für April und Mai, 85 Dollar im dritten Quartal und 80 Dollar im vierten Quartal.
Carnival Corporation Aktie Chart
Kostendisziplin bleibt zentrale Herausforderung
Bei den bereinigten Kreuzfahrtkosten ohne Treibstoff je verfügbarem Bett erwartet Carnival währungsbereinigt einen Anstieg um etwa 3,1 Prozent gegenüber 2025. Nach Normalisierung für die Betriebskosten neuer Destinationen wie Celebration Key auf Grand Bahama sowie Verschiebungen bei bestimmten Ausgaben zwischen den Jahren reduziert sich der Anstieg auf 2,3 Prozent.
Der Kursrückgang trotz solider Zahlen lässt sich vermuten als Reaktion auf die erheblichen Belastungen durch Treibstoffkosten, die die operativen Verbesserungen deutlich übersteigen. Anleger dürften sich fragen, wie nachhaltig das Wachstum bei steigenden Kosten bleibt und inwieweit weitere Ölpreisanstiege die Margen belasten könnten, wenn der Nahost-Konflikt noch länger anhalten sollte.
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