Der Arbeitskampf in Australien bringt neue Unruhe in die Debatte um Carnival. Die Maritime Union of Australia (MUA) erhebt schwere Vorwürfe zu Arbeitsbedingungen auf australisch eingesetzten Schiffen – und ruft heute in Port Melbourne zum Protest. Zugleich liegt dem Konzern ein starkes operatives Jahr 2025 und die Rückkehr der Dividende zugrunde. Wie gefährlich ist der Konflikt für die Aktie? Die Antwort fällt differenziert aus: kurzfristig belastend, fundamental aber nicht zwingend existenziell.
Was die Vorwürfe aussagen
Die MUA wirft Carnival vor, Schlupflöcher im Coastal Trading Act zu nutzen und Crewmitglieder zu Niedriglöhnen einzusetzen. Konkret steht die Behauptung, auf australischen Fahrten würden Stundenlöhne von 2,50 US‑Dollar gezahlt. Die Gewerkschaft meldete zudem lange Arbeitszeiten und Aufenthalte ohne Tageslicht. Carnival weist das zurück. Das Management spricht von einem Organisationsversuch der Gewerkschaft und betont Compliance sowie zusätzliche Leistungen für Mitarbeiter an Bord.
Die unmittelbare Folge: erhöhter Reputationsdruck in Australien und lokale Proteste, die den Betriebsablauf stören können. Ob daraus eine nachhaltige Belastung entsteht, hängt davon ab, ob die Vorwürfe zu behördlichen Sanktionen oder zu anhaltenden Stornierungen führen.
Fundament bleibt stark
Operativ liefert Carnival dagegen robuste Kennzahlen. 2025 war das umsatzstärkste Jahr des Konzerns (26,6 Mrd. USD) bei einem bereinigten Nettoergebnis von 3,1 Mrd. USD. Die Buchungslage für 2026 ist laut Unternehmensangaben auf historisch hohem Preisniveau und rund zwei Drittel der Kapazitäten sind bereits gebucht. Zudem plant Carnival ab dem ersten Quartal 2026 wieder Quartalsdividenden zu zahlen (erste Auszahlung geplant Ende Februar, 0,15 US‑$ je Aktie). Die Nettoverschuldung sinkt schneller als erwartet; das Management peilt Ende 2026 Kennzahlen für ein Investment‑Grade‑Rating an.
Carnival Corporation Aktie Chart
Marktreaktion und Ausblick
Die Aktie zeigt kurzfristige Schwankungen: in einer Woche deutlicher Rückgang, hohe Volatilität. Entscheidend bleibt die Entwicklung in Australien. Gerät der Streit außer Kontrolle oder führen behördliche Schritte zu Umsatzeinbußen, wäre das ein klarer Belastungsfaktor. Bleiben Proteste lokal begrenzt und lässt sich die Kommunikation effektiv steuern, spricht vieles für eine Rückkehr zur Bewertung, die von den starken Fundamentaldaten gestützt wird.
Konkret gilt: Hält die Unterstützung um den 50‑Tage‑Durchschnitt (26,17 €), bleibt die Erholung möglich. Fällt der Kurs nachhaltig unter den 200‑Tage‑Durchschnitt (24,20 €), würde das den Abwärtsdruck verstärken und die Marktbewertung neu ansetzen. Ein nächster relevanter Termin ist die angekündigte Dividendenauszahlung Ende Februar 2026.
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