Ein Kreuzfahrtriese auf Rekordkurs. Die Carnival Corp. meldet für das zweite Quartal 2026 glänzende Zahlen. Umsatz und Gewinn auf neuem Höchststand. Die Buchungen laufen so gut wie nie.
Doch die Aktie reagiert verhalten. Sie notiert aktuell bei knapp 29 USD – ein kleines Plus von 0,87 Prozent. In den letzten sieben Tagen gab es 3,14 Prozent nach unten. Der RSI von 55 deutet auf eine neutrale Stimmung hin.
6,7 Milliarden USD – ein neuer Bestwert
Der Konzern steigerte den Umsatz auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Nettogewinn liegt bei 569 Millionen USD. Es ist bereits das zwölfte Quartal in Folge mit Rekord-Erträgen pro verfügbarem Bett-Tag.
Die Nachfrage brummt. Kunden zahlten 9 Milliarden USD an Anzahlungen – ebenfalls ein neuer Rekord. Für das laufende Jahr sind bereits 93 Prozent der Kapazität gebucht.
Dennoch: die Aktie kommt nicht recht in Fahrt. Der Markt schaut nicht auf die Gegenwart, sondern auf das, was kommt.
Der Ausblick trübt sich ein
Zwei Faktoren belasten die Prognose. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten machen Kreuzfahrten auf europäischen Routen schwerer planbar. Hinzu kommen die Treibstoffkosten: sie stiegen im Jahresvergleich um rund 30 Prozent.
Die Folge: Carnival senkte das erwartete Wachstum der Nettoerträge für 2026 von 2,75 auf 1,75 Prozent.
Auch das dritte Quartal fällt schwächer aus als erhofft. Der Konzern rechnet mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,35 USD. Analysten lagen zuvor bei 1,42 USD.
Kurz gesagt: Operativ läuft es glänzend. Aber die externen Risiken drücken auf die Stimmung.
Strategisch auf Kurs
Carnival steuert dagegen. Der Schuldenabbau kommt voran. Das Verhältnis von Nettoschulden zum EBITDA liegt bei 3,1. Zudem kaufte der Konzern in diesem Jahr bereits Aktien für über 450 Millionen USD zurück.
Die Flotte wächst weiter. Drei neue Schiffe mit LNG-Antrieb sind für die Marke Princess Cruises bestellt.
Die Aktie bleibt mit einer annualisierten Volatilität von 57 Prozent ein heißes Pferd. Der nächste entscheidende Termin: die Zahlen zum dritten Quartal. Zeigen sie, ob die hohe Nachfrage die geopolitischen Wolken durchbrechen kann?
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