Operativ läuft es rund beim Kreuzfahrtriesen Carnival. Die jüngsten Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen. Am Markt dominieren derzeit allerdings ganz andere Themen: Hohe Ölpreise und eine hartnäckige Inflation bremsen die Kauflaune aus.
Im ersten Quartal wies das Unternehmen einen Gewinn von 0,20 US-Dollar je Aktie aus. Damit schlug der Konzern die Analystenschätzungen deutlich. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich auf 6,17 Milliarden US-Dollar.
Makroökonomischer Gegenwind
Der Gegenwind kommt vor allem von der Kostenseite. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent notiert aktuell bei über 109 US-Dollar. Treibstoffkosten bilden traditionell einen der größten Ausgabenposten für Kreuzfahrtgesellschaften. Steigende Notierungen fressen sich direkt in die Margen.
Erschwerend wirken neue US-Inflationsdaten. Die Erzeugerpreise stiegen im April um 6,0 Prozent. Das markiert den stärksten Zuwachs seit über drei Jahren. Auch die Konsumentenpreise lagen mit einem Plus von 3,8 Prozent über den Prognosen. Diese Entwicklung schürt die Sorge vor anhaltend hohen Zinsen für kapitalintensive Unternehmen.
Großinvestoren passen Portfolios an
Dieses Umfeld drückt auf zyklische Werte aus dem Reise- und Freizeitsektor. In London gab der Leitindex FTSE am Freitag deutlich nach. Politische Turbulenzen in Großbritannien verstärken den allgemeinen Risikoabbau. Investoren suchen verstärkt Sicherheit.
Parallel dazu reduzieren erste Großinvestoren ihr Engagement. Der Pensionsfonds AustralianSuper trennte sich Ende 2025 von rund fünf Prozent seiner Carnival-Aktien. Der Investor hält nun noch knapp zwei Millionen Anteile. Der Marktwert dieser verbliebenen Position beläuft sich auf etwa 60,8 Millionen US-Dollar.
Trotz des trüben Marktumfelds halten viele Experten an einer positiven Einschätzung fest. Der Analystenkonsens lautet weiterhin auf „Moderate Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 34,37 US-Dollar. Das starke Umsatzwachstum stützt das fundamentale Bild für die kommenden Monate.
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