Man könnte meinen, wer die Erwartungen schlägt, wird belohnt. Bei CarMax war das am Dienstag anders. Die Aktie des US-Gebrauchtwagenhändlers fiel im vorbörslichen Handel um 6,3 Prozent, obwohl der Konzern im vierten Fiskalquartal mit einem Non-GAAP-Ergebnis von 0,34 Dollar je Aktie die Konsensschätzung von 0,21 Dollar deutlich übertraf. Gemessen am Vorjahreswert von 0,64 Dollar ist das allerdings ein ganz anderes Bild.
Die Zahlen erzählen eine unangenehme Geschichte
Der Gesamtbruttoprofit brach um 9,4 Prozent auf 605,3 Millionen Dollar ein. Der Bruttogewinn je verkauftem Gebrauchtfahrzeug im Einzelhandel lag bei 2.115 Dollar, das sind 207 Dollar weniger als im Rekordquartal des Vorjahres. CarMax begründet das mit Preissenkungen, die den Absatztrend verbessern sollten. Die vergleichbaren Filialverkäufe gingen trotzdem um 1,9 Prozent zurück. Preissenkungen, weniger Marge, und trotzdem weniger Absatz. Das ist kein gutes Trio.
Auch im Großhandel lief es nicht rund. Zwar stiegen die Wholesale-Einheiten um drei Prozent, doch der durchschnittliche Verkaufspreis je Einheit fiel um rund 270 Dollar. Der Bruttogewinn pro Wholesale-Einheit sank auf 940 Dollar, ein Rückgang von 105 Dollar gegenüber dem Vorjahr.
CarMax Aktie Chart
CEO Barr verspricht Dringlichkeit
Keith Barr, seit kurzem CEO bei CarMax, gab sich kämpferisch. Man bewege sich „mit Dringlichkeit“, um die Execution zu verbessern, Effizienz zu steigern und das Kundenangebot zu schärfen. CarMax solle die „offensichtliche Wahl“ für Kunden werden, durch wettbewerbsfähige Preise, große Fahrzeugauswahl und ein erstklassiges Kundenerlebnis. Für das Geschäftsjahr 2027 plant der Konzern vier neue Filialen, zwei eigenständige Aufbereitungszentren und zwei Auktionseinrichtungen, bei Investitionsausgaben von rund 400 Millionen Dollar.
Solche Ansagen kennt man. Demnach bleibt die Frage, ob die Anleger Barrs Versprechen glauben, oder ob sie zunächst lieber Ergebnisse sehen wollen. Der vorbörsliche Kursrutsch deutet auf Letzteres hin.
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