Inmitten einer schwierigen Phase für Carl Zeiss Meditec setzt die Führungsspitze ein deutliches Zeichen. Finanzvorstand Justus Felix Wehmer hat am gestrigen Freitag eigene Aktien des Medizintechnikunternehmens erworben. Der Zukauf erfolgt in einer Zeit, in der das Unternehmen mit rückläufigen Umsätzen und einem umfassenden Sparprogramm konfrontiert ist.
Wie aus einer entsprechenden Pflichtmitteilung hervorgeht, kaufte Wehmer 3.184 Aktien über den Handelsplatz Xetra. Das Gesamtvolumen der Transaktion belief sich auf rund 103.569 Euro bei einem Durchschnittspreis von 32,37 Euro je Anteilsschein.
Solche Insider-Käufe werden von Marktteilnehmern oft als Vertrauensbeweis in die künftige Strategie gewertet. Die Aktie selbst konnte davon am gestrigen Handelstag jedoch nicht profitieren und ging mit einem Minus von 2,0 Prozent bei 31,54 Euro aus dem Markt.
Restrukturierung zur Sicherung der Profitabilität
Hintergrund der verhaltenen Marktstimmung sind unter anderem die Anfang August vorgelegten Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26. In diesem Zeitraum sank der Umsatz um 2,9 Prozent auf 1.550 Millionen Euro.
Um auf die schwächere Nachfrage und gestiegene Kosten zu reagieren, konkretisierte das Management das bereits im Mai gestartete Restrukturierungsprogramm „ProfitUp“. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 soll damit eine Ergebnisverbesserung von jährlich mehr als 200 Millionen Euro gegenüber dem aktuellen Niveau erreicht werden.
Teil dieses Programms ist ein weltweiter Abbau von bis zu 1.000 Stellen innerhalb der nächsten drei Jahre. Zudem plant Carl Zeiss Meditec, seine Lieferketten zu optimieren und Bereiche der Forschung und Entwicklung in kosteneffizientere Länder zu verlagern.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einer bereinigten EBITA-Marge zwischen 8 und 10 Prozent, wobei Sondereffekte das Ergebnis im mindestens mittleren zweistelligen Millionenbereich belasten dürften.
Analysten warnen vor Risiken in China
Trotz der internen Gegenmaßnahmen blicken externe Experten teilweise skeptisch auf die künftige Entwicklung. Die Analysten der UBS hatten die Aktie vor rund vier Wochen von „Neutral“ auf „Sell“ herabgestuft und das Kursziel von 25,00 Euro auf 22,60 Euro gesenkt.
Als Grund nannten sie den verschärften Wettbewerb in China sowie potenzielle Erstattungsreformen ab dem Jahr 2027. China gilt als ein entscheidender Absatzmarkt für die Produkte des Konzerns.
Die allgemeine Skepsis spiegelt sich auch im längerfristigen Kursverlauf wider. Seit Jahresanfang verzeichnete das Papier bereits einen Rückgang von 21 Prozent. Um die langfristigen Ziele zu erreichen, setzt der Konzern neben dem Stellenabbau auf eine Portfolio-Bereinigung und eine deutliche Senkung der Verwaltungskosten.
Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 wird eine EBITA-Marge von mindestens rund 15 Prozent angestrebt, während das Management langfristig sogar einen Korridor von 16 bis 20 Prozent als Zielmarke ausgegeben hat.
Carl Zeiss Meditec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Carl Zeiss Meditec-Analyse vom 05. September liefert die Antwort:
Die neusten Carl Zeiss Meditec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Carl Zeiss Meditec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Carl Zeiss Meditec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
