Carl Zeiss Meditec Aktie: ProfitUp-Programm soll Marge retten

Carl Zeiss Meditec meldet schwächere Neunmonatszahlen und bündelt Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, während Analysten China-Risiken betonen.

Auf einen Blick:
  • Erlöse im Dreivierteljahr rückläufig
  • Bereinigtes EBITA deutlich niedriger
  • ProfitUp bündelt Chirurgie-Bereiche
  • UBS senkt Kursziel auf 22,60 Euro

Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec reagiert auf eine schwächere Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 mit einem umfassenden Restrukturierungsprogramm. Nachdem der Umsatz und die operative Marge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum spürbar sanken, rückt nun die Effizienzsteigerung unter dem Projektnamen „ProfitUp“ in den Fokus der Unternehmensführung.

Umsatzrückgang und Margendruck im Dreivierteljahr

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 verzeichnete Carl Zeiss Meditec einen Umsatzrückgang von 2,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Erlös belief sich laut Unternehmensmitteilung vom 6. August auf 1.553,7 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 1.600,1 Millionen Euro erwirtschaftet worden waren. Besonders deutlich fiel der Rückgang beim Ergebnis aus: Das bereinigte EBITA sank auf 124,5 Millionen Euro nach 177,0 Millionen Euro im Vorjahr.

Dies entspricht einer bereinigten EBITA-Marge von 8,0 %, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 11,1 % bedeutet. Trotz dieser Entwicklung bestätigte der Konzern seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2025/26. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 2,15 und 2,20 Milliarden Euro, was einem Rückgang von etwa 1 % bis 3,5 % entsprechen würde.

Die EBITA-Marge soll sich am Ende des Jahres in einem Korridor von 8 % bis 10 % bewegen, wobei Sondereffekte in Höhe von mindestens 50 Millionen Euro einkalkuliert sind.

Strategische Neuausrichtung durch „ProfitUp“

Um der negativen Ergebnisentwicklung entgegenzuwirken, hat das Management das Programm „ProfitUp“ konkretisiert. Ein zentraler Bestandteil ist die organisatorische Zusammenführung der Bereiche Surgery Anterior und Surgery Posterior.

Ziel dieser Maßnahme ist es, Synergien in der Chirurgie-Sparte besser zu nutzen und die Komplexität in der Verwaltung zu reduzieren. Parallel dazu bereitet Carl Zeiss Meditec den Aufbau eines neuen Produktionsstandortes in Indien vor, um die globale Fertigungsstruktur zu optimieren und Wachstumsmärkte direkt vor Ort bedienen zu können.

Zusätzlich treibt das Unternehmen die Portfolio-Optimierung voran. In diesem Zusammenhang steht die Überprüfung der Aktivitäten von Katalyst LLC in Chesterfield, Missouri. Da es hier Überschneidungen mit dem Portfolio der übernommenen DORC gibt, sollen Doppelstrukturen bereinigt werden. Trotz der aktuellen Herausforderungen bezeichnete das Unternehmen den Auftragsbestand als weiterhin solide.

Analysten blicken skeptisch auf die China-Risiken

Die jüngsten operativen Kennzahlen und die strategischen Pläne wurden von Analystenhäusern unterschiedlich bewertet. Am 11. August stufte die UBS die Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ ab und senkte das Kursziel von 25,00 Euro auf 22,60 Euro.

Die Analysten begründeten diesen Schritt primär mit dem zunehmenden Wettbewerbsdruck in China. Zudem könnten Erstattungsreformen ab dem Jahr 2027 zusätzliche Risiken für das Geschäftsmodell in der Region mit sich bringen.

Deutsche Bank Research bestätigte am 14. August die Einstufung auf „Hold“, reduzierte jedoch das Kursziel von 30,00 Euro auf 28,00 Euro. Hier liegt das Augenmerk vor allem auf dem Erfolg des Profitabilitätsprogramms. Der Markt wartet auf konkrete Signale für einen Turnaround beim Ergebnis durch die eingeleiteten „ProfitUp“-Maßnahmen.

An der Börse spiegelt sich die Skepsis der Anleger bereits seit längerem wider. Seit Jahresbeginn hat die Aktie von Carl Zeiss Meditec 20 % an Wert verloren. Zuletzt notierte das Papier bei 32,06 Euro und liegt damit immerhin 5,8 % über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Restrukturierung ausreicht, um die Marge wieder in den zweistelligen Bereich zu heben. Der vollständige Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025/26 wird für den 10. Dezember erwartet.

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