Die Carl Zeiss Meditec-Aktie steckt in einem sehr starken Abverkauf, konnte sich bislang nicht stabilisieren und notiert auf einem Zehnjahrestief. Nachrichten wie die Gewinnwarnung spielen der Aktie dabei zusätzlich nicht in die Karten.
Ergebnisse enttäuschen, Ausblick wird gesenkt
Der Auslöser liegt im enttäuschenden Start in das Geschäftsjahr 2025/26. Im ersten Quartal bis Ende Dezember 2025 erzielte Carl Zeiss Meditec einen Umsatz von rund 467 Millionen Euro, nach 490 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen führt den Rückgang im Wesentlichen auf negative Währungseffekte zurück. Wesentlich gravierender fiel jedoch der Ergebniseinbruch aus. Das vorläufige EBITA sackte auf etwa 8 Millionen Euro ab, nachdem im Vorjahr noch 35 Millionen Euro erreicht worden waren. Vor diesem Hintergrund zog das Management die Reißleine. Die bisherige Prognose für das Gesamtjahr 2025/26, ein Umsatzanstieg auf rund 2,3 Milliarden Euro bei einer EBITA-Marge von rund 15 bis 17 Prozent, wurde zurückgezogen.
Als Gründe für die operative Schwäche nennt Carl Zeiss Meditec mehrere Belastungsfaktoren, die sich vor allem auf China und die Americas konzentrieren. In China kam es zu Umsatzeinbußen bei einer bifokalen Intraokularlinse. Hinzu kamen Verschiebungen der Wintersaison bei refraktiven Behandlungen rund um das chinesische Neujahrsfest. Gleichzeitig droht zusätzlicher Druck durch ein neues landesweites volumenbasiertes Tenderverfahren im IOL-Geschäft, bei dem lokale Anbieter stärker berücksichtigt werden dürften.
Entsprechend vorsichtig gibt sich das Management beim Ausblick. Die bisherigen Zielgrößen für Umsatz und Marge stehen zur Disposition. Weitere Reorganisations- und Kostensenkungsmaßnahmen werden geprüft. Eine präzisierte Prognose soll spätestens mit den Halbjahreszahlen am 12. Mai 2026 vorgelegt werden. Bis zur Veröffentlichung des ausführlichen Drei-Monats-Statements am 12. Februar sind keine größeren Unternehmensereignisse angekündigt. Der Newsflow dürfte sich daher auf Analystenkommentare, mögliche kleinere regulatorische Meldungen oder vereinzelte Produkt- und Zulassungsnachrichten beschränken. Der 12. Februar wird damit zum zentralen Prüfstein.
Carl Zeiss Meditec-Aktie im Chart-Check
Im Chart befinden sich auf der Unterseite zwei Unterstützungszonen. Die erste liegt zwischen 25,30 und 27,30 Euro. An diesem Bereich hat der Markt zuletzt auch reagiert und eine Kaufkerze ausgebildet. Die zweite Unterstützungszone liegt tiefer, im Bereich zwischen 19,80 und 21,20 Euro. Auf der Oberseite verlaufen eine Abwärtstrendlinie sowie eine Widerstandszone zwischen 38,90 und 45,20 Euro. Für weiter steigende Kurse und einen möglichen Trendwechsel wäre es entscheidend, dass der Markt sowohl diese Zone als auch die Trendlinie nachhaltig nach oben durchbricht. Solange das nicht gelingt, gehe ich davon aus, dass es sich lediglich um eine kurzfristige Erholung handelt, die den übergeordneten Abwärtstrend weiter fortsetzt. An den Unterstützungszonen kann es dabei immer wieder zu solchen Erholungen kommen. Hier der Markt im 3-Tages-Chart.
Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/eE4Y0P1Q/
Aufgrund des derzeit sehr schwachen Marktes und der anhaltenden Verkaufsdynamik würde ich eine Kaufposition erst dann in Betracht ziehen, wenn der Markt sowohl die Widerstandszone als auch die Trendlinie nach oben überwunden hat. Auch wenn es an den Unterstützungszonen kurzfristig zu Kaufinteresse kommen kann, bleibt Vorsicht angebracht.
Zeigt der Markt lediglich eine Erholung, die anschließend erneut abverkauft wird, ließe sich versuchen, davon zu profitieren. Eine mögliche Abweisungszone wäre dabei die Widerstandszone. Die Kursziele lägen bei einer Fortsetzung des Abwärtstrends an den beiden Unterstützungszonen auf der Unterseite.
Ihr Konrad
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