Der Jenaer Medizintechnikkonzern steht vor einem Scherbenhaufen. Nach einem desaströsen Start in das Geschäftsjahr 2025/26 und einer kassierten Prognose notiert die Aktie auf einem Niveau, das Anleger zuletzt vor zehn Jahren sahen. Während die Gewinnmarge zusammenschmilzt und der CEO-Posten interimsweise besetzt ist, stellt sich die drängende Frage: Handelt es sich um eine vorübergehende Delle oder ein strukturelles Debakel?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Die Bilanz des ersten Quartals offenbart die ganze Härte der aktuellen Krise. Während der Umsatz moderat um knapp 5 Prozent auf 467 Millionen Euro nachgab, brach das operative Ergebnis regelrecht weg. Das EBITA stürzte von gut 35 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 8,1 Millionen Euro ab.
Die daraus resultierende Marge von mageren 1,7 Prozent macht verständlich, warum das Management bereits im Januar die Reißleine zog und die Jahresziele aussetzte. Die ursprüngliche Hoffnung auf eine Marge von 12,5 Prozent ist in weite Ferne gerückt. Verschärfend kommt hinzu, dass im laufenden zweiten Quartal weitere Belastungen in Höhe von rund 8 Millionen Euro durch die Verschrottung veralteter Lagerbestände anfallen werden.
China: Vom Wachstumsmotor zum Problemfall
Das Kernproblem liegt im Reich der Mitte. China, das für rund ein Viertel der Umsätze verantwortlich zeichnet, wandelt sich für Carl Zeiss Meditec vom Garanten für Wachstum zum Bremsklotz. Geopolitische Unsicherheiten treffen hier auf einen verschärften lokalen Wettbewerb.
Besonders die staatlichen Beschaffungsausschreibungen sorgen für massiven Preisdruck bei Intraokularlinsen. Finanzvorstand Justus Felix Wehmer kündigte als Reaktion einen strategischen Schwenk an: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, soll die Produktion verstärkt direkt nach China verlagert werden. Diese Lokalisierung ist notwendig, um die Kostenstruktur an das veränderte Marktumfeld anzupassen.
Carl Zeiss Meditec AG Aktie Chart
Analysten streichen Kursziele zusammen
Der Kapitalmarkt reagiert mit Ernüchterung auf die Gemengelage aus operativer Schwäche und Führungsvakuum – die Suche nach einem permanenten CEO läuft weiter. Mit einem aktuellen Kurs von 27,10 € handelt das Papier weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei fast 70 Euro und markierte zuletzt bei 25,80 € sogar ein neues Zehnjahrestief.
Analysten zogen bereits Konsequenzen: Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel auf 30 Euro, Bernstein Research reduzierte auf 28,50 Euro. Beide Häuser bleiben in ihren Einstufungen jedoch abwartend, da die Unsicherheit über den weiteren Geschäftsverlauf zu groß ist. Technologische Lichtblicke wie der Start der Cloud-Lösung „ZEISS Collaborative Care“ verpuffen derzeit angesichts der fundamentalen Sorgen.
Entscheidung im Mai
Der entscheidende Termin für Aktionäre ist nun der 12. Mai 2026. Mit der Vorlage der Halbjahreszahlen will das Management das lang erwartete Update zur Restrukturierung und eine konkretisierte Prognose für das Gesamtjahr liefern. Bis dahin bestimmen die volatile Lage in China und die Vakanz an der Unternehmensspitze das Risikoprofil des MDAX-Titels.
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