Was am Dienstag wie ein Wendepunkt aussah, entpuppt sich einen Tag später als Strohfeuer. Die Aktie von Carl Zeiss Meditec verliert heute an der Frankfurter Börse knapp neun Prozent auf 26,12 Euro — und macht damit den Großteil des gestrigen Plus von über zwölf Prozent wieder zunichte.
JPMorgan sieht weiteren Abwärtsdruck
Der Rückschlag kommt nicht ohne Vorwarnung. JPMorgan-Analyst David Adlington hat sein Kursziel für den Jenaer Medizintechnikhersteller auf 21,70 Euro gesenkt und hält an der Einstufung „Underweight“ fest. Seine Kernaussage: Kurz- wie mittelfristig bestehen erhebliche Korrekturrisiken für die Markterwartungen. Ähnlich nüchtern fällt das Urteil von Barclays-Experte Jonathon Unwin aus, der die mittelfristigen Unternehmensziele als Spiegelbild eines anhaltend schwachen Geschäftstrends wertet — auch wenn er das angekündigte Sparprogramm grundsätzlich positiv aufnahm.
Zahlen, die für sich sprechen
Der Hintergrund ist bekannt, aber die Dimensionen verdienen Aufmerksamkeit. Im ersten Geschäftshalbjahr 2025/26 sank der Konzernumsatz auf rund 991 Millionen Euro — ein Minus von fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis brach um fast die Hälfte auf 60,5 Millionen Euro ein, unter dem Strich blieben lediglich 13,3 Millionen Euro Gewinn — nur noch gut ein Fünftel des Vorjahreswerts.
Für das laufende Geschäftsjahr stellt das Management nun einen Umsatz zwischen 2,15 und 2,2 Milliarden Euro in Aussicht, bei einer operativen Marge von acht bis zehn Prozent. Zum Vergleich: 2024/25 erzielte Carl Zeiss Meditec noch 2,23 Milliarden Euro Umsatz bei einer Marge von 11,6 Prozent.
Als Reaktion auf das schwierige Umfeld — insbesondere die nachlassende Nachfrage und die restriktiveren Vergabepraktiken im chinesischen Markt — hat das Unternehmen ein umfassendes Restrukturierungsprogramm aufgelegt. Bis zu 1.000 Stellen weltweit könnten innerhalb von drei Jahren wegfallen, Teile der Produktion sollen in kostengünstigere Länder verlagert werden. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 verspricht das Management eine nachhaltige Ergebnisverbesserung von mehr als 200 Millionen Euro gegenüber dem laufenden Jahr.
Der Markt zeigt sich davon heute unbeeindruckt. Die Aktie notiert weiterhin tief in der Seitwärtsspanne, die seit Ende Januar gilt — und der übergeordnete Abwärtstrend, der seit 2021 anhält, bleibt intakt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast ein Drittel, auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Kursverlust bei rund 60 Prozent. Den Abstieg vom MDax in den SDax Ende März hat der Titel bereits hinter sich.
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