Carl Zeiss Meditec hat ein hartes Jahr hinter sich. Binnen zwölf Monaten hat die Aktie rund 56 Prozent verloren — und notiert aktuell bei 26,38 Euro, fast 26 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Jetzt soll ein Sparprogramm den Turnaround einleiten.
Restrukturierung mit klarem Ziel
Das Unternehmen hat ein umfassendes Effizienzprogramm aufgesetzt. Bis zum Geschäftsjahr 2028/29 will das Management das Ergebnis um jährlich rund 200 Millionen Euro verbessern. Erste Wirkung zeigt sich bereits: Im zweiten Quartal lag das bereinigte EPS bei 0,48 Euro — rund 11 Prozent über den Analystenerwartungen.
Das täuscht aber nicht über die strukturellen Probleme hinweg. Der Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr 2025/26 sank um 5,7 Prozent auf 991 Millionen Euro. Die bereinigte EBITA-Marge fiel auf 6,1 Prozent — nach über 10 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Margendruck ist erheblich.
China bleibt das zentrale Problem
Der wichtigste Belastungsfaktor sitzt in Asien. Chinas staatliches Beschaffungsverfahren für Medizinprodukte — das sogenannte Volume-Based Procurement — drückt die Preise für Intraokularlinsen massiv. Besonders bifokale Linsen leiden unter den regulatorischen Eingriffen. Hinzu kommen negative Währungseffekte und eine gedämpfte Investitionsbereitschaft in Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum.
Das Management hat die Jahresprognose bereits konkretisiert. Für 2025/26 erwartet Zeiss Meditec einen Umsatz zwischen 2,15 und 2,20 Milliarden Euro.
Technisch überkauft nach kurzer Erholung
Auf Sicht von sieben Tagen hat die Aktie knapp 6 Prozent zugelegt. Der RSI liegt bei 79,4 — ein Niveau, das technisch als überkauft gilt. Das 52-Wochen-Tief von 23,38 Euro liegt dabei nicht weit zurück, erst vom März 2026.
Die nächsten konkreten Einblicke in die operative Entwicklung folgen mit den Neunmonatszahlen im August. Bis dahin hängt die Kursentwicklung maßgeblich daran, ob das Kostenprogramm sichtbare Fortschritte zeigt — und ob China weitere negative Überraschungen liefert.
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