Carl Zeiss Meditec blickt auf ein herausforderndes Dreivierteljahr zurück. Das Medizintechnikunternehmen kämpft mit einer deutlichen Investitionszurückhaltung im asiatisch-pazifischen Raum und spezifischen operativen Problemen im chinesischen Markt. Trotz einer Bestätigung der Jahresziele bleibt die Stimmung am Kapitalmarkt vorerst verhalten, da strukturelle Faktoren die Profitabilität bremsen.
Schwache Neunmonatszahlen und operative Hürden
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 verzeichnete Carl Zeiss Meditec einen Umsatz von 1.553,7 Millionen Euro, was einem Rückgang von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Währungsbereinigt stagnierte der Erlös auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das operative Ergebnis (bereinigtes EBITA) gab deutlich nach und sank von zuvor 177,0 Millionen Euro auf nun 124,5 Millionen Euro. Damit erreichte das Unternehmen eine bereinigte EBITA-Marge von 8,0 Prozent.
Besonders der Bereich Augenheilkunde erwies sich als Bremsschuh und verbuchte ein Umsatzminus von 4,8 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Ein kleiner Lichtblick zeigte sich hingegen in der Technik für Augenoperationen, die um 3,8 Prozent auf 362 Millionen Euro zulegte.
Als wesentliche Ursachen für den Ergebnisrückgang identifizierte das Management den Wegfall eines bedeutenden Auftrags für Augenlinsen in China sowie spürbare negative Währungseffekte. Der Gewinn nach Steuern sank im Berichtszeitraum auf 66 Millionen Euro, verglichen mit 88 Millionen Euro im Vorjahr.
Für das vierte Quartal kündigte das Unternehmen zudem eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von rund 150 Millionen Euro an. Diese soll zwar den Reingewinn mindern, hat laut Unternehmensangaben jedoch keinen Einfluss auf das bereinigte EBITA oder den Cashflow. Inmitten dieser Phase gab es auch eine personelle Weichenstellung: Seit August leitet Andreas Völker den Bereich Ophthalmology.
Analysten korrigieren Kursziele nach unten
Die jüngsten Entwicklungen und der Ausblick auf das Gesamtjahr veranlassten mehrere Analysehäuser zu Neueinschätzungen. Am vergangenen Dienstag reagierte die UBS besonders deutlich und stufte das Papier von „Neutral“ auf „Sell“ ab. Dabei wurde das Kursziel von 25,00 Euro auf 22,60 Euro gesenkt.
Auch Goldman Sachs zeigte sich vorsichtiger und reduzierte am vergangenen Montag das Kursziel von 28,00 Euro auf 27,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch auf „Neutral“. Medienberichten zufolge passten auch weitere Institute ihre Erwartungen nach unten an, was den Druck auf den Aktienkurs erhöhte.
An der Börse zeigt sich die Verunsicherung der Anleger in der bisherigen Jahresperformance. Die Aktie von Carl Zeiss Meditec verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 21 Prozent. Zwar notiert der Wert aktuell 11 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bleibt mit einem Minus von 35 Prozent erheblich.
Für das Gesamtjahr 2025/26 rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem Umsatz zwischen 2,15 und 2,20 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITA-Marge von 8 bis 10 Prozent. Ob sich das Marktumfeld in Asien im kommenden Quartal stabilisieren kann, wird für das Erreichen des oberen Endes dieser Spanne entscheidend sein.
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