Carl Zeiss Meditec Aktie: 6,3 Prozent Sprung auf 32,08 Euro

Carl Zeiss Meditec verzeichnet deutlichen Kursanstieg, bleibt aber wegen schwacher China-Geschäfte und Goodwill-Abschreibung unter Druck. Analysten bleiben skeptisch.

Auf einen Blick:
  • Aktie springt um 6,3 Prozent
  • Umsatz sinkt um 2,9 Prozent
  • China-Geschäft und Währungseffekte belasten
  • Analysten senken Kursziele

Carl Zeiss Meditec springt am Freitag um 6,3 Prozent auf 32,08 Euro, nach einem Schlusskurs von 30,18 Euro am Vortag. Die Erholung kommt, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen unter Druck geraten war – seit Jahresanfang steht bei dem Medizintechnikkonzern immer noch ein Minus von 20 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt damit rund 34 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 48,38 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres markiert wurde.

Schwaches China-Geschäft belastet die Bilanz

Auslöser der jüngsten Kursschwäche waren die Zahlen zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26, die Carl Zeiss Meditec am 6. August vorgelegt hatte.

Der Umsatz sank um 2,9 Prozent auf rund 1.553,7 Millionen Euro, das bereinigte EBITA fiel auf 124,5 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie brach von 1,02 Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,80 Euro ein.

Als Hauptursachen nannte das Unternehmen ein schwaches China-Geschäft sowie negative Währungseffekte. Im wichtigsten Segment, der Augenheilkunde, sank der Umsatz um 4,8 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro.

Gegenläufig entwickelte sich die Sparte Technik für Augenoperationen, die um 3,8 Prozent auf 362 Millionen Euro zulegte. Der Auftragsbestand lag zum Ende des dritten Quartals leicht über dem Niveau vom Abschluss des Geschäftsjahres 2024/25 – ein Hinweis darauf, dass die operative Basis nicht vollständig weggebrochen ist.

Trotz der schwachen Neunmonatswerte bestätigte der Konzern seine Jahresprognose: Der Umsatz soll sich weiterhin in einer Spanne von rund 2,15 bis 2,20 Milliarden Euro bewegen, die bereinigte EBITA-Marge zwischen 8 und 10 Prozent liegen.

Im Earnings-Call verwies das Management zudem auf einen im vierten Quartal erwarteten Goodwill-Abschreibungsbedarf von rund 150 Millionen Euro. Dieser soll nach Unternehmensangaben weder das bereinigte EBITA noch den Cashflow belasten.

Analysten bleiben nach den Zahlen zurückhaltend

Die Reaktionen der Analysten fielen unmittelbar nach der Zahlenvorlage überwiegend verhalten aus. Am 7. August beließ die Deutsche Bank Research das Papier auf „Hold“ mit einem Kursziel von 28 Euro. Bernstein Research bestätigte am Tag der Zahlen die Einstufung „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 26,10 Euro.

In den folgenden Tagen verschärfte sich der Ton: Goldman Sachs senkte das Kursziel am 10. August von 28 auf 27 Euro und beließ die Einstufung „Neutral“, während die LBBW ihr Kursziel im selben Zug von 32 auf 30 Euro reduzierte, bei unveränderter „Hold“-Einstufung.

Am schärfsten fiel das Urteil der UBS aus, die die Aktie am 11. August von „Neutral“ auf „Sell“ herabstufte und das Kursziel von 25,00 auf 22,60 Euro kappte.

Damit signalisiert ein Teil der Analysten, dass sie das aktuelle Kursniveau trotz der jüngsten Erholung als ambitioniert einschätzen – mehrere Kursziele liegen deutlich unter dem heutigen Handelskurs von gut 32 Euro.

Personalwechsel in der Augenheilkunde

Neben den Zahlen sorgte Carl Zeiss Meditec Anfang August auch personell für Bewegung: Mit Wirkung ab August 2026 übernimmt Andreas Völker die Position des Head of Ophthalmology und damit die Führung des größten und zugleich am stärksten unter Druck stehenden Geschäftssegments.

Ausblick

Der deutliche Kurssprung vom Freitag zeigt, dass Anleger die Talsohle nach den enttäuschenden Neunmonatszahlen zumindest kurzfristig für erreicht halten. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 28,30 Euro beträgt inzwischen 13 Prozent, was auf eine spürbare technische Erholung hindeutet.

Fundamental bleibt die Lage jedoch angespannt: Solange das China-Geschäft schwächelt und die angekündigte Goodwill-Abschreibung im vierten Quartal noch bevorsteht, dürfte die Skepsis vieler Analysten vorerst bestehen bleiben.

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