Die Aktie von Carl Zeiss Meditec markierte am Freitag im XETRA-Handel mit 32,62 Euro einen neuen Höchststand innerhalb der vergangenen sechs Monate. Damit setzt das Papier eine technische Erholungsbewegung fort, die bereits Mitte August ihren Anfang nahm.
Diese Kursstärke überrascht, da namhafte Analysehäuser ihre Einschätzungen für den Medizintechnikkonzern zuletzt teils deutlich nach unten korrigierten. Seit Jahresbeginn weist der Titel dennoch ein Minus von 19 % auf.
US-Zulassung für digitale Vernetzung
Ein wesentlicher Treiber für die positive Stimmung war eine Meldung vom vergangenen Mittwoch. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat die Zulassung für das System „ZEISS CLINIC 360“ erteilt.
Hierbei handelt es sich um eine cloudbasierte Softwarelösung für die Augenheilkunde, die klinische Daten bündelt und Arbeitsabläufe optimieren soll. Mit dieser 510(k)-Zulassung kann der Konzern seine Präsenz im technologisch anspruchsvollen US-Markt weiter ausbauen.
Parallel zu den Fortschritten in den USA erfährt das Unternehmen Unterstützung durch seinen Ankeraktionär. Medienberichten zufolge plant die Carl Zeiss AG, ihre Beteiligung an der Tochtergesellschaft bis zum Jahr 2027 um weitere 200 Millionen Euro aufzustocken. Der Mutterkonzern kontrolliert derzeit etwa 59 Prozent der Anteile von Carl Zeiss Meditec.
Analysten warnen vor Gegenwind in China
Dem Kursaufschwung stehen jedoch warnende Stimmen aus der Finanzwelt gegenüber. Die Schweizer Großbank UBS stufte das Papier am Donnerstag von „Neutral“ auf „Sell“ herab. Analyst Graham Doyle reduzierte das Kursziel von zuvor 25,00 Euro auf 22,60 Euro. Als Hauptgrund nannte er den zunehmenden Wettbewerb im wichtigen chinesischen Markt. Zudem wies er auf potenzielle Risiken durch Erstattungsreformen hin, die ab 2027 die Margen belasten könnten.
Am Mittwoch äußerte sich auch die Privatbank Berenberg vorsichtig und beließ die Einstufung auf „Hold“. Analyst Sam England nannte das schwierige China-Geschäft sowie den anstehenden CEO-Wechsel als zentrale Faktoren, die das Unternehmen derzeit beschäftigen. Die DZ Bank passte ihren fairen Wert am 13. August hingegen leicht nach oben an und sieht diesen nun bei 30,00 Euro statt zuvor 26,00 Euro, blieb aber bei ihrem Urteil „Halten“.
Stabilisierung der operativen Entwicklung
Nach einem schwierigen ersten Halbjahr, in dem der Umsatz um 5,7 % auf 991,0 Millionen Euro sank, zeichnet sich für das Gesamtjahr eine Stabilisierung ab. Das Unternehmen meldete Anfang August für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 eine währungsbereinigt stabile Umsatzentwicklung. In der Folge präzisierte der Konzern seine Ziele für das laufende Jahr.
Die Geschäftsführung erwartet einen Jahresumsatz zwischen 2,15 Milliarden und 2,20 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITA-Marge soll zwischen 8 % und 10 % liegen.
Zuvor eingeleitete Maßnahmen zur Kostensenkung sollen dabei helfen, die Profitabilität nach dem Einbruch im ersten Halbjahr wieder zu steigern. Am Freitag ging die Aktie bei 32,28 Euro aus dem Handel. Das Papier notiert damit aktuell 12 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt.
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